Verfügbarkeit von Grippeimpfstoffen: Engpässe an das Paul-Ehrlich-Institut melden


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) fordert Ärzte, Apotheker und Verbraucher auf, Engpässe bei der Lieferung der Grippeimpfstoffe zu melden. Grund sind Medienberichte über Lieferschwierigkeiten in einzelnen Regionen. Auch wenn mehrere Hersteller den Abverkauf ihres Influenza-Impfstoffs gemeldet haben, bedeutet dies nicht, dass der Grippeimpfstoff in der aktuellen Saison vergriffen ist, teilte die Behörde gegenüber Medienanfragen mit.

Hintergrund

Die Benachrichtigung über den Abverkauf saisonaler Influenzaimpfstoffe durch den Zulassungsinhaber ist noch keine Lieferengpassmeldung. Wenn ein Hersteller angibt, sein Lager ist leer, bedeutet dies lediglich, dass alle Impfstoffe in die Handelskette abgegeben wurden und sich zwischen Großhandel, Apotheke und Arztpraxis befinden oder bereits „verimpft“ wurden. Einen Überblick darüber, welche Impfstoffe in dieser Saison beim Hersteller abverkauft sind, findet man auf der Website des PEI.

Hauptergebnisse

Aktuell haben GlaxoSmithKline, Sanofi-Pasteur und AstraZeneca einen Abverkauf ihrer tetravalenten Vakzine gemeldet. Bei Sanofi gibt es noch eine Packungsgröße (10 x 1 Fertigspritzen mit feststehender Kanüle). Vom Hersteller Mylan liegt bislang keine Meldung vor. Rund 15,3 Millionen Dosen für vier tetravalente und einen trivalenten Impfstoff hat das Paul-Ehrlich-Institut nach eigenen Angaben in dieser Saison bislang freigegeben. Das entspricht ungefähr der Menge, die es in der vergangenen Saison (16,9 Millionen Dosen) gab.

Klinische Bedeutung

Nachproduzieren können die zuständigen Pharmafirmen bei kurzfristigem Bedarf angesichts ihrer aufwendigen Produktion nicht mehr. Doch die Behörde gibt sich optimistisch: Im vergangenen Jahr wurden auch nur 13 Millionen Dosen verbraucht. Man habe also genügend Puffer, betonte eine PEI-Sprecherin gegenüber dem MDR.

Problematisch ist allerdings die gleichmäßige Verteilung. In manchen Regionen Deutschlands dauert die Lieferung wesentlich länger als in anderen. Deshalb ruft das Paul Ehrlich Institut seit dem 10. Oktober 2018 Angehörige der Heilberufe sowie Verbraucherinnen und Verbraucher auf online mitzuteilen, wenn ein Grippeimpfstoff nicht verfügbar ist. Das PEI kann so Erkenntnisse gewinnen, in welchen Regionen Engpässe für Influenza-Impfstoffe vorliegen.