Verband der Frauenärzte empfiehlt Pertussis-Impfung während der Schwangerschaft


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Schwangere Frauen ohne bestehenden Schutz sollten sich im letzten Drittel der Schwangerschaft gegen Pertussis impfen lassen. Das empfahl die Arbeitsgemeinschaft Impfen des Berufsverbandes der Frauenärzte vergangene Woche auf dem jährlichen Fortbildungskongress in Düsseldorf. Die AG Impfen geht davon aus, dass die Empfehlung demnächst auch von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut ausgesprochen werde.

Hintergrund

Eine Infektion mit dem Pertussis-Erreger führt bei Säuglingen zu schweren, erschöpfenden Hustenanfällen, die häufig in gefährlichen Atemstillständen münden. Bereits mehrere Studien konnten zeigen, dass die Immunisierung schwangerer Frauen mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (TdaP) das Risiko für eine Pertussis-Infektion des Neugeborenen erheblich reduziert. Anders als in den USA, wo eine TdaP-Impfung während der Schwangerschaft empfohlen wird, gibt es in Deutschland eine solche Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) bislang noch nicht.

Klinische Bedeutung

„Grundsätzlich sollten alle Impfungen vor einer Schwangerschaft abgeschlossen sein. Eine Ausnahme ist die Impfung gegen Pertussis und Influenza“, betonte Dr. Michael Wojcinski, Vorsitzender der AG Impfen im Berufsverband der Frauenärzte. Gegen beide Infektionen sollten sich Frauen im Idealfall nicht vor, sondern erst während der Schwangerschaft impfen lassen. Am effektivsten seien die Impfungen für die Immunisierung des Säuglings, wenn sie im letzten Trimester der Schwangerschaft erfolgen.

Genauso sollten alle Kontaktpersonen von Neugeborenen vor der Geburt einen vollen Impfschutz aufweisen, rät die AG Impfen. Das gelte nicht nur für Influenza und Pertussis, sondern auch Masern, Windpocken und Rotaviren - vor allem dann, wenn Geschwisterkinder vorhanden sind.

Darüber hinaus empfiehlt die AG Impfen Frauen mit Kinderwunsch, ihren Impfschutz überprüfen zu lassen. Denn ist die Schwangerschaft erst einmal eingetreten, dann ist es für Impfungen mit Lebendimpfstoffen zu spät, unterstrich der Vorstand. Nur Impfungen mit Totimpfstoffen (u.a. Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis B, Influenza, Pertussis) dürfen in der Schwangerschaft noch durchgeführt werden.