vdek: Bevölkerung ist offen für Krankenhausreform

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Berlin (pag) – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) spricht sich für eine Spezialisierung und Konzentration der Kliniklandschaft aus. Ulrike Elsner, hauptamtliche vdek-Vorstandsvorsitzende, glaubt, dass die Bevölkerung dafür offen ist. Auch das DRG-System müsse nach ihrer Ansicht reformiert werden. Es biete zu viele Fehlanreize.

 

„Die Hüft-OP an der Milchkanne ist nicht im Sinne der Versicherten“, glaubt Elsner. Sie plädiert für größere, aber weniger Krankenhäuser in den Ballungsgebieten und für die Umwandlung von kleineren Kliniken in ländlichen Regionen zu ambulant-stationären Einrichtungen der Basisversorgung – mit einer höheren Durchlässigkeit zwischen den Sektoren.

Durch eine Forsa-Umfrage zur Krankenhausversorgung fühlt sich Elsner bestätigt. Denn 76 Prozent der Befragten glauben, dass eine Klinik mit mehr Operationen einer bestimmten Art eine höhere Qualität aufweist. Außerdem finden 78 Prozent, dass große Kliniken auch eine bessere Geräteausstattung als kleinere haben. Allerdings befürchten 87 Prozent, dass die Schließung kleiner Häuser auf dem Land die Versorgung in diesen Regionen gefährdet.

Der Verband pocht außerdem ohne Abstriche auf die Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs, betont sein ehrenamtlicher Vorsitzender Uwe Klemens. Am dazugehörigen Gesetz hat er dennoch etwas auszusetzen: Er kritisiert den geplanten Lenkungs- und Kontrollausschuss (LKA) mit hauptamtlich-tätigen Kassenchefs, der zusätzlich zum Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands – dem Klemens ebenfalls vorsteht – installiert werden soll. Die Vorstände sehen das naturgemäß anders. Bei der Anhörung im Gesundheitsausschuss im Dezember 2019 sprach sich Barmer-Chef Prof. Christoph Straub für den LKA aus: „Diese Regelung würde fördern, dass der GKV-Spitzenverband in der Wahrnehmung seiner gesetzlich zugewiesenen Aufgaben gestärkt wird.“

Finanziell sieht sich der vdek gut aufgestellt. Allerdings lässt Klemens wissen, dass von der gegenseitigen Finanzhilfe innerhalb der Kassenart Gebrauch gemacht worden sei – allerdings nur für 2020, wie er betont. Über Details will Klemens allerdings nicht reden.