Varizellen-Impfung schützt Kinder auch vor Gürtelrose

  • Pediatrics

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Kinder, die gegen Windpocken geimpft wurden, sind deutlich weniger anfällig für Herpes zoster. Zu diesem Ergebnis kam eine US-amerikanische Studie mit mehr als 6 Millionen Kindern, die jüngst in Pediatrics veröffentlicht wurde. Damit unterstreichen die aktuellen Daten erneut den Nutzen der routinemäßigen Varizellen-Impfung.

Hintergrund

Herpes zoster ist Folge der Reaktivierung des Varicella-zoster-Virus, das im Anschluss an eine Erstinfektion mit Windpocken latent in den Nervenganglien persistiert. Typischerweise tritt er bei Immungeschwächten und/oder älteren Personen auf, wird aber auch spontan bei jüngeren Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen beobachtet. Nach der Einführung der routinemäßigen Varizellen-Impfung im Jahr 1996 in den USA berichteten die meisten Studien über einen Rückgang der Inzidenz von pädiatrischem Herpes zoster. Nach Angaben des Robert-Koch Instituts erkranken Kinder, die eine Varizellen-Impfung erhalten haben, 3 bis 12-mal seltener an Gürtelrose.

Nicht geimpfte Kinder erkranken häufiger

Um die Häufigkeit einer Herpes-zoster-Infektion bei Kindern und Jugendlichen mit und ohne Varizellen-Impfung zu ermitteln, analysierten Forscher des Kaiser Permanente Center for Health Research in Portland Daten von mehr als 6,3 Millionen Kindern aus elektronischen Gesundheitsakten der Jahre 2003 bis 2014. Etwa die Hälfte der Kinder wurde während des Untersuchungszeitraums gegen Windpocken geimpft.

Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko an Gürtelrose zu erkranken, bei geimpften Kindern mit 78 Prozent viel geringer ist als bei nicht geimpften Kindern. Darüber hinaus sank über den 12-jährigen Zeitraum der Studie die Rate von Herpes zoster im Kindes- und Jugendalter um insgesamt 72 Prozent. Immunsupprimierte Kinder, die nicht geimpft werden konnten, erkrankten 5- bis 6-mal häufiger als gesunde Kinder.

 Herpes zoster-Inzidenz nacch Auffrischimpfung geringer

„Steigende Impfraten während des Studienzeitraums reduzierten für alle Kinder das Risiko, an Herpes zoster zu erkranken, auch für diejenigen, die nicht geimpft wurden“, sagte Studienautorin Dr. Sheila Weinmann in einer Mitteilung. Der Rückgang könnte aber auch auf die Einführung der Varizellen-Auffrischimpfung ab 2007 zurückzuführen sein, da die Herpes zoster-Inzidenz bei den Kindern, die eine zweite Impfung gegen Windpocken erhielten, deutlich geringer war, als bei denjenigen, die nur einmal geimpft wurden.