US-Studie zeigt überdeutliche Korrelation zwischen Schrittpensum und Gesamtmortalität

  • JAMA

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Zwischen der Gesamtzahl der täglich absolvierten Schritte und der Gesamtmortalität besteht bei einer Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 10 Jahren eine starke Assoziation. Bei Menschen mit weniger als 4000 Schritten / Tag lag die Mortalität bei 77 / 1000 Personenjahren, bei mehr als 12000 Schritten unter 5 – also nur bei einem Sechzehntel.

Hintergrund

Schrittzähler, Fitnessarmbänder und spezialisierte Programme, die auf dem Handy laufen (Apps) ermöglichen es heute fast Jedem, seine täglichen Schrittzahlen und auch die Intensität der Bewegungen zu erfassen. Unklar ist jedoch, inwiefern diese Maße mit der Mortalität assoziiert sind.

Design

Ziel der aktuellen Studie war es, die Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen der täglichen Schrittzahl bzw. -Intensität und der Mortalität zu etablieren. Dazu wurde eine repräsentative Stichprobe von 4840 US-amerikanischen Erwachsenen (54 % Frauen, 36 % mit Übergewicht) ab 40 Jahren ausgewertet, die in den Jahren 2003 – 2006 jeweils für bis zu 7 Tagen einen Beschleunigungsmesser (Akzelerometer) getragen hatten. Die Mortalität wurde erfasst bis zum Dezember 2015.

Ergebnisse

  • Die Probanden legten täglich im Durchschnitt 9124 Schritte zurück. Während der im Mittel 10,1 Jahre langen Nachverfolgungszeit verstarben 1165 von ihnen - darunter 406 an Herz-Kreislauferkrankungen und 283 an Krebs.
  • Die nicht adjustierte Gesamtmortalität (Inzidenzdichte) pro 1000 Personenjahren betrug:
    • 76,7 bei weniger als 4000 Schritten / Tag
    • 21,4 bei 4000 – 7999 Schritten
    • 6,9 bei 8000 – 11999 Schritten und
    • 4,8 bei mindestens 12000 Schritten
  • Die Chancenverhältnisse HR im Vergleich zu 4000 Schritten / Tag betrugen:
    • bei 8000 Schritten HR = 0,49 (95%-Konfidenzintervall 0,44 – 0,55)
    • bei 12000 Schritten HR = 0,35 (95%-KI 0,28 – 0,45)
  • Gemessen wurde auch die Intensität anhand der maximalen Schrittfrequenz binnen 30 Minuten. Dabei ergaben sich folgende Assoziationen mit der nicht-adjustierten Gesamtmortalität / 1000 Personenjahre:
    • 32,9 bei einer Frequenz von 18,5 – 56 Schritten / Minute
    • 12,6 bei 56,1 – 69,2 Schritten / Minute
    • 6,8 bei 69,3 – 82,8 Schritten / Minute
    • 5,3 bei 82,9 – 149,5 Schritten / Minute
  • Nach Adjustierung für die Gesamtzahl der Schritte pro Tag war die Schrittfrequenz allerdings nicht mehr mit einer niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert.

Bedeutung

Je mehr Schritte man pro Tag zurücklegt, umso niedriger ist die Mortalität. Dies gilt vermutlich nicht nur für US-Amerikaner, und scheint die Empfehlungen mancher Fachgesellschaften zu bestätigen, wonach man 10000 Schritte am Tag anstreben sollte. Wie bei jeder Assoziationsstudie gilt aber die Einschränkung, dass nicht ohne weiteres auf einen kausalen Zusammenhang geschlossen werden darf. Eine vergleichsweise lange Nachbeobachtungszeit lässt allerdings hoffen, dass eine Adjustierung für die Tatsache, dass kranke Menschen weniger laufen, die positiven Assoziationen wohl allenfalls geschmälert aber nicht eliminiert hätte.

Finanzierung: National Institutes of Health und National Cancer Institute.