US-Studie mit Militärangehörigen spricht für Physiotherapie bei Knie-Osteoarthrose

  • New England Journal of Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In einer Studie mit Angehörigen des US-Militärs erweist sich eine Physiotherapie Glukokortikoid-Injektionen nach einem Jahr als überlegen bei der Reduktion von Schmerzen und Behinderungen infolge einer Gonarthrose.

Hintergrund

Bei einer Gonarthrose wurde der klinische Nutzen sowohl einer Physiotherapie nachgewiesen als auch der von Glukokortikoid-Injektionen. Unklar ist jedoch, ob die beiden Maßnahmen sich kurz- und langfristig darin unterscheiden, wie gut sie Schmerzen lindern und die körperliche Funktion wiederherstellen können.

Design

Randomisierte Studie mit 156 Patienten im durchschnittlichen Alter von 56 Jahren an einer primären Versorgungseinrichtung des US-Militärs. Die Patienten litten ein- oder beidseitig an einer Osteoarthrose im Knie gemäß den Kriterien des American College of Rheumatology (Schweregrad von 1 und 4 nach Kellgren-Lawrence), hatten in den 12 Monaten davor keine Behandlung bekommen, und wurden nun entweder Glukokortikoid-Injektionen (1 ml Triamcinolon plus 7 ml Lidocain [1 %], gegebenenfalls nach Rücksprache mit den Patienten wiederholt nach 4 und 9 Monaten) zugelost, oder einer Physiotherapie inklusive Beratungen von bis zu 8 Sitzungen in den ersten 4 – 6 Wochen, sowie auf Wunsch des Patienten jeweils bis zu 3 weitere Sitzungen nach 4 und 9 Monaten. Primäres Studienziel war der WOMAC-Wert (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index) nach einem Jahr.

Ergebnisse

  • Die Charakteristika der Patienten in beiden Gruppen einschließlich Schmerzen und Ausmaß der Behinderung WOMAC-Werte waren anfänglich ebenso ausgewogen wie die durchschnittlichen WOMAC-Werte (108,8 für Injektionen versus 107,1 für Physiotherapie).
  • Nach einem Jahr hatten die Durchschnittswerte sich unter Glukokortikoiden auf 55,8 verbessert, unter der Physiotherapie auf 37,0. Die mittlere Gruppendifferenz von 18,8 Punkten zugunsten der Physiotherapie hatte ein 95%-Konfidenzintervall von 5,0 bis 32,6, und war statistisch signifikant (P = 0,008).
  • Sekundäre Studienziele:
    • Median beim Global Rating of Change-Wert: + 4 unter Glukokortikoiden („etwas besser“) und +5 unter Physiotherapie („spürbar besser“)
    • Alternate Step Test: 9 Sekunden versus 8 Sekunden (Gruppendifferenz P = 0,003) zugunsten Physiotherapie.
    • Timed Up and Go Test: 8,1 Sekunden versus 7,3 Sekunden (P = 0,005) zugunsten Physiotherapie.
       

Bedeutung

Die Physiotherapie war in dieser Studie den Glukokortikoid-Injektionen in allen 4 getesteten Domänen überlegen. Möglicherweise sind aber Angehörige des US-Militärs bezüglich ihrer Fähigkeit und des Willens zu einer Physiotherapie besser aufgestellt als die Allgemeinbevölkerung, sodass das Resultat nicht ohne weiteres verallgemeinert werden kann.

Finanzierung: Cardon Rehab.