US-Studie: Fracking stört das intrauterine Wachstum

Fracking verspricht den Zugang zu bisher unerreichbaren Erdgas-Vorkommen, doch Umweltverbände warnen vehement vor unkontrollierbaren Risiken bei der Gasförderung. Nichtsdestotrotz hat das hydraulische Aufbrechen von Gesteinsschichten durch Wasser und Quarzsände die weltweiten Möglichkeiten zur Energiegewinnung stark verändert. Fracking ist die neue Goldgrube in Trumps USA und hat das Land weitestgehend unabhängig von Energieimporten gemacht.

Vor kurzem jedoch haben US-amerikanische Wissenschaftler eine besorgniserregende Studie veröffentlicht. Demnach kommen Kinder von Müttern, die ihre Schwangerschaft in der Nähe von Fracking Standorten verbringen, mit einem verringerten Geburtsgewicht und einem allgemein schlechteren Gesundheitszustand auf die Welt als andere Kinder in den USA.

Die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie zeigen, dass die Ängste der Menschen vor der neuen Methode der Energiegewinnung nicht unberechtigt sind. Neben dem Wasser werden auch diverse Chemikalien ins Wasser geschossen, die das Grundwasser belasten. Zudem verursacht die Förderung Emissionen welche die Luftqualität verschlechtern. Dazu kommen die Abgase der LKWs rund um den Fracking-Standort.

Ausgerechnet eine Ökonomin hat sich jetzt der Frage angenommen, ob sich Fracking auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt. Dazu analysierte Prof. Dr. Janet Currie von der Universität Princeton die Geburtsregister, die neben dem Wohnort der Frauen auch die Gesundheitsparameter ihrer Kinder aufzeichnen. Currie wertete dazu die Daten von 1,1 Millionen Neugeborenen aus, die in den Jahren 2004 bis 2013 im Bundesstaat Pennsylvania auf die Welt gekommen waren. Rund 25.000 Frauen lebten im Umkreis von weniger als zwei Kilometer rund um eine der insgesamt 10.000 Bohrstellen. Rund 7.000 Frauen lebten im Umkreis von bis zu einem Kilometer. In Pennsylvania befinden sich die meisten Bohrstellen im Westen und Nordosten des Bundesstaates in recht dünn besiedelten Regionen.

Laut den Untersuchungsdaten wirkte sich die Nähe zu einem Bohrloch eindeutig negativ auf das Geburtsgewicht aus. Ab einer Nähe von drei Kilometern wurde der Unterschied signifikant. Zudem kam es im Umkreis von einem Kilometer zu einem Bohrloch zu einem Anstieg an Mangelgeburten von 25 Prozent, verglichen mit anderen Gebieten von Pennsylvania. Diese Ergebnisse sind statistisch signifikant. Wie genau Fracking das intrauterine Wachstum schadet kann jedoch anhand der Studienergebnisse nicht beantwortet werden.