US-Behörde warnt vor unkritischem Einsatz von Operations-Robotern


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA, Food and Drug Administration) warnt vor dem unkritischen Einsatz von Operations-Robotern. Operationen mit solchen Systemen seien nicht grundsätzlich herkömmlichen Eingriffen überlegen; nicht alle Patienten profitierten von dem High-Tech-Verfahren, so die Behörde.

Trend zur Indikations-Ausweitung

In den USA und auch in anderen wohlhabenden Ländern sind Roboter-assistierte Eingriffe in den vergangenen Jahren zunehmend beliebt geworden. Wie oft bei neuen High-Tech-Verfahren gibt es auch bei Operationen mit Roboter-Systemen einen Trend zur Ausweitung der Indikationen.

Nutzen und Sicherheit unzureichend belegt

Laut FDA sind Nutzen und Sicherheit der Roboter-Systeme nicht bei allen allen Indikation, bei denen sie eingesetzt werden, ausreichend belegt. Das treffe zum Beispiel auf Mastektomien zu, für die auch kein Roboter-System zugelassen sei. Für Frauen mit Cervix-Karzinom hätten Roboter-assistierte Eingriffe im Vergleich zu herkömmlichen Hysterektomien sogar mehr Nach- als Vorteile. Dies haben Studien gezeigt, die vergangenes Jahr im „New England Journal of Medicine“ erschienen. 

Zu große Euphorie noch nicht gerechtfertigt

Erst kürzlich haben deutsche Chirurgen, wie berichtet, auf unzureichende Belege für Roboter-assistierte Eingriffe bei viszeralen Tumoren hingewiesen. Die Roboter-gestützte Chirurgie habe zwar ein erhebliches Zukunftspotenzial, berichten Dr. Johanna Kirchberg und Professor Jürgen Weitz (beide Universitätsklinikum Dresden). Es bestehe aber „derzeit noch eine Diskrepanz zwischen der Begeisterung bei Patienten und roboterassistiert arbeitenden Chirurgen, und der noch nicht ausreichenden Datenlage“, so Kirchberg und ihr Mitautor. Eine verfrühte Euphorie sei daher nicht gerechtfertigt.