Update der ESMO-Leitlinien für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • European Society for Medical Oncology
  • 20.03.2019

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussage

Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) hat ihre Leitlinien für Behandlung, Diagnose und Verlaufskontrolle von Bauchspeicheldrüsenkrebs überarbeitet. Die letzte Fassung stammte aus dem Jahr 2015.

 

Hauptpunkte

  • Die ESPAC-4-Studie (n=732) ergab, dass das rückfallfreie Überleben (HR, 0.86; P=.082) und das Gesamtüberleben (HR, 0.82; P=.032) bei einer Therapie mit Gemcitabin in Kombination mit Capecitabin besser ist als mit Gemcitabin als Einzelsubstanz.

  • Die PRODIGE 24/CCTG PA.6-Studie ergab, dass das erkrankungsfreie Überleben (HR, 0.59; 95% CI, 0.47-0.74) und das Gesamtüberleben (HR, 0.66; 95% CI, 0.49-0.89) mit modifiziertem (m)FOLFIRINOX besser ist als mit Gemcitabin. Dies ging allerdings auch mit einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen Grad 3–4 einher.

  • Nach Entfernen des Pankreas in ausgewählten fitten Patienten, sollte mFOLFIRINOX die erste Wahl für eine adjuvante Therapie sein. Diese Empfehlung basiert auf Überlebenschancen und dem Nebenwirkungsprofil der Therapie.

  • Gemcitabin in Kombination mit Capecitabin ist eine Alternative für geschwächte Patienten, die bereits 70 Jahre oder älter sind oder die einen Eastern Cooperative Oncology Group Performance-Status 2 haben. Diese Therapie steht außerdem für Patienten zur Verfügung, bei denen FOLFIRINOX kontraindiziert ist.

  • Gemcitabin als Einzelsubstanz sollte nur bei geschwächten Patienten zum Einsatz kommen.

Klinische Bedeutung

Das Update der Leitlinien beinhaltet neue Empfehlungen auf der Grundlage jüngster klinischer Studien.