UNO legt globalen Impfstoffvorrat für mögliche Ebola-Ausbrüche an

  • Vereinte Nationen (UNO)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Die Vereinten Nationen (UNO) haben für einen möglichen neuen Ausbruch von Ebolafieber einen globalen Impfstoffvorrat angelegt. Damit sollen künftige Epidemien besser kontrolliert werden, indem der rechtzeitige Zugang zu Impfstoffen für gefährdete Bevölkerungsgruppen sicherstellt werde. Dies teilten am Dienstag die Organisationen der Vereinten Nationen mit. An dem Projekt sind neben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef auch die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) beteiligt.

7 Tage nach Anfrage soll der Impfstoff geliefert werden

Der Vorrat wird in der Schweiz gelagert und steht für den Versand an die Länder bereit, die im Notfall Hilfe benötigen. Die Entscheidung über die Zuteilung des Impfstoffs werde laut UNO innerhalb von 48 Stunden nach Anfrage eines Landes getroffen und dann weitere 48 Stunden später für den Versand an die Länder bereitgestellt. Die angestrebte Gesamtlieferzeit vom Vorrat in die Länder beträgt sieben Tage.

Vorerst stehen 6890 Impfstoffdosen für möglich Ebola-Ausbrüche zur Verfügung. Weitere Dosen sollen laut UNO noch im Januar sowie in den Folgemonaten den Vorrat aufstocken. Vermutlich werde es aber zwei bis drei Jahre dauern, bis die von der 
Strategic Advisory Group of Experts (SAGE) empfohlene Menge von 500.000 Dosen für den Notvorrat an Ebola-Impfstoffen erreicht sei, teilt die UNO mit.

Kein natürlicher Markt für Ebola-Impfstoff

Da Ebola-Ausbrüche relativ selten und unvorhersehbar sind, gibt es keinen natürlichen Markt für den Impfstoff. Impfstoffe sind daher nur durch den Aufbau eines Vorrats gesichert und stehen in begrenzten Mengen zur Verfügung. „Wir sind stolz darauf, Teil dieser beispiellosen Anstrengung zu sein, die dazu beiträgt, mögliche Ebola-Ausbrüche schnell unter Kontrolle zu bringen", sagt Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin. Dieser Ebola-Impfstoffvorrat sei eine bemerkenswerte Errungenschaft - eine, die es ermöglichen werde, Impfstoffe so schnell wie möglich an diejenigen zu liefern, die sie am dringendsten benötigen.

Bislang 300.000 Menschen mit Ebola-Vakzine geimpft

Der attenuierte Lebendimpfstoff rVSV-ZEBOV (ERVEBO) ist als Impfstoff gegen Ebolafieber u.a. in der Europäischen Union, in den USA und einigen Ländern Afrikas zugelassen. Er wird einmalig intramuskulär verabreicht und ist für Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr zugelassen. Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge beträgt die vorläufige geschätzte Impfwirksamkeit 10 Tage nach Impfung 97,5-100 %. Bevor der Impfstoff die Zulassung erhielt, wurde er mehr als 350.000 Menschen in Guinea und bei den Ebola-Ausbrüchen 2018-2020 in der Demokratischen Republik Kongo im Rahmen des "Compassionate Use" -Protokolls verabreicht.