Unmögliche Entscheidungen: Versorgung von Krebspatienten in Italien während der COVID-19-Krise

  • Pietrantonio F & al.
  • JAMA Oncol
  • 10.04.2020

  • von Jim Kling
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Onkologen in Norditalien beschreiben den Kampf um Sicherheit inmitten des Ausbruchs.

Warum das wichtig ist

  • Krebspatienten gehören zu den am stärksten durch COVID-19 gefährdeten Patienten, aber die sie behandelnden Mitarbeiter des italienischen Gesundheitswesens fühlen sich vernachlässigt.

Wesentliche Punkte

  • Kurz nach dem Ausbruch begannen die Kollegen der Autoren aus dem Gesundheitswesen zu erkranken, obwohl die Ärzte häufig das Gefühl hatten, unverwundbar zu sein.
  • Die Belastung der Mitarbeiter des Gesundheitswesens durch Stress und Burnout  nahm alarmierende Ausmaße an.
  • Innerhalb weniger Tage mussten die Onkologen die Risiken und Nutzen von intensivierten Behandlungen sowie Kombinationstherapien, Erhaltungsstrategien und späteren Behandlungen abwägen.
  • Sie mussten über die Behandlung von Patienten entscheiden, die bereits an klinischen Studien teilnahmen oder deren Behandlungspläne von Reiseeinschränkungen betroffen waren.
  • Beunruhigende Berichte tauchten auf, dass nicht erfasste Infektionen eine wesentliche Ansteckungsquelle darstellen und dass asymptomatische Mitarbeiter des Gesundheitswesens nicht getestet werden konnten.
  • Für Szenarien mit mittlerem Risiko stand keine persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung.
  • Trotz öffentlicher Unterstützung fühlen sich diese Kliniker ungeschützt und im Stich gelassen.
  • Sie fürchten sich davor, das Virus auf ihre Familien und ältere Menschen zu übertragen, und betrachten mit Sorge die Ironie der Situation, Krebs heilen zu wollen, aber stattdessen versehentlich eine potenziell tödliche Krankheit zu übertragen.
  • Die Autoren starteten eine Social-Media-Kampagne, in der umfangreiche SARS-CoV-2-Tests für Beschäftigte des Gesundheitswesens im Bereich Onkologie gefordert werden, um einen "sauberen" Weg für Krebspatienten zu ermöglichen.