Univadis COVID-19: Der Überblick zum 24. April


  • Ben Gallarda
  • Univadis Medical News
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Anlässlich der sich schnell ändernden Lage bei der COVID-19-Pandemie würden wir von Univadis gerne die Artikel aus unserm Netzwerk mit Ihnen teilen, die in der vergangenen Woche die größte klinische Relevanz hatten und am meisten Beachtung fanden.

Nicht alle dieser Artikel sind auf Deutsch erschienen, sodass wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst und einen Link zum Original gelegt haben, wo sie weitere detaillierte Information finden.

Bitte beachten Sie: Es handelt sich hier um eine Momentaufnahme der besten klinischen Vorgehensweise während einer Pandemie mit großer Dynamik. Jegliche Information im Zusammenhang mit COVID-19 kann durch die aktuelle Entwicklung schnell veralten, wenn weitere Details verfügbar werden. Einige der folgenden Informationen können auch im Widerspruch stehen zu den Äußerungen lokaler oder globaler Gesundheitsbehörden. Die gesamte aktuelle Berichterstattung zu COVID-19 finden sie auf der deutschsprachigen Univadis-Webseite oder in ihrer Smartphone-App für Android- oder Apple-Handys.

Wir hoffen, dass diese Informationen sich als nützlich für Ihre tägliche Praxis erweisen, unabhängig davon, ob Sie und Ihre Patienten direkt von COVID-19 betroffen sind, oder nicht.

  1. Die französische unabhängige wissenschaftliche Einrichtung Haute Autorité de Santé (HAS) hat Empfehlungen zur schnellen Reaktion veröffentlicht, die es autorisiertem medizinischem Personal ermöglichen Abtreibungen bis in die 8. oder 9. Schwangerschaftswoche medizinisch herbeizuführen. Ziel ist es, die Exposition von Frauen gegenüber COVID-19 zu minimieren, die sich für solch eine Prozedur entscheiden, und ihnen gleichzeitig die Wahlmöglichkeit zwischen einem medizinischen oder einem chirurgischen Vorgehen zu ermöglichen. Die Empfehlungen wurden gemeinsam mit dem Französischen Nationalen Kollegium der Gynäkologen und Geburtshelfer entwickelt und beinhalten 2 spezifische Protokolle sowie Leitlinien für den Kontakt und den Umgang mit den Patienten.
  2. Die Pharmakovigilanz-Zentren in Dijon und Nizza haben eine erste Bewertung der medikamentösen Nebenwirkungen bei Patienten abgegeben, die experimentelle Therapien gegen COVID-19 erhalten. Aus Dijon wurden 100 Nebenwirkungen gemeldet, darunter 82 schwere und 4 Todesfälle unter Lopinavir-Ritonavir sowie Hydroxychloroquin. Die Studie aus Nizza konzentriert sich auf kardiovaskuläre Ereignisse. Hier wurden 53 Fälle berichtet, inklusive 7 Toten. 43 dieser Nebenwirkungen waren auf den Gebrauch von Hydroxychloroquin alleine oder in Kombination mit Azithromycin zurückzuführen.
  3. Das Bundesland Sachsen hat am 20. April als erstes den Gebrauch von Gesichtsmasken vorgeschrieben, Sachsen-Anhalt und Thüringen folgten am 23. bzw. 24. April, und fast alle anderen Bundesländer am 27. April. Bundesweit wird von einem Bedarf zwischen 8 und 12 Milliarden Masken pro Jahr ausgegangen. Gleichzeitig warnen Experten vor einem falschen Gefühl der Sicherheit. Positiv ist die Lage weiterhin bezüglich der Versorgungskapazität. Nachdem mehr als 95 % der Kliniken hierzu Angaben gemacht haben, ergab sich eine Zahl von aktuell 17.393 belegten Intensivbetten, und eine Kapazität von 12.665 weiteren, die noch frei sind.
  4. Neue Studien und Berichte zeigen, dass COVID-19 mehrere Organsysteme angreifen kann. Die Universitätsklinik Zürich berichtet über Infektionen und Zellsterben in den Endothelien mehrerer Organe, sodass weitere Maßnahmen erforderlich sind, um die Gefäße der Patienten zu schützen.
  5. In Großbritannien wird ein 30-minütiges Online-Training zur Bedienung von Beatmungsgeräten angeboten. Zielgruppe sind Kliniker, die mit den Geräten noch nicht gut vertraut sind. Das vom Imperial College London entwickelte Werkzeug kann per Handy aufgerufen werden.
  6. Das Projekt Life Line in Großbritannien will jeder Intensivmedizinische Einrichtung des Landes zwei Tablet-Computer zur Verfügung stellen, damit die Angehörigen Patienten und Ärzte sehen und über eine sichere Verbindung mit ihnen sprechen können.
  7. Spanien will Anfang der kommenden Woche eine Seroprävalenz-Studie mit 60.000 Personen beginnen. Das Ergebnis soll nach einigen weiteren Wochen verfügbar sein und die Informationsgrundlage für mögliche De-Eskalationsmaßnahmen der Regierung bilden.
  8. Das spanische Gesundheitsministerium hat einen wissenschaftlich-technischen Bericht veröffentlicht, wonach Raucher eine 1,4-fach erhöhtes Risiko haben, zu erkranken, und ein 2,4-fach höheres Risiko, eine intensivmedizinische Versorgung oder mechanische Beatmung zu brauchen.
  9. Eine Gruppe italienischer und schweizer Autoren der ESMO haben Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs während der aktuellen Epidemie herausgegeben. Nach dem Prinzip des “primum non nocere”, sollen spezifische Ratschläge helfen, die Risiken gegenüber möglichen Überlebensvorteilen in verschiedenen Stadien der Krankheit abzuwägen.