Univadis COVID-19 Der Überblick zum 10. April


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Anlässlich der sich schnell ändernden Lage bei der COVID-19-Pandemie würden wir von Univadis gerne die Artikel aus unserm Netzwerk mit Ihnen teilen, die in der vergangenen Woche die größte klinische Relevanz hatten und am meisten Beachtung fanden.

Nicht alle dieser Artikel sind auf Deutsch erschienen, sodass wir die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst und einen Link zum Original gelegt haben, wo sie weitere detaillierte Information finden.

Bitte beachten Sie: Es handelt sich hier um eine Momentaufnahme der besten klinischen Vorgehensweise während einer Pandemie mit großer Dynamik. Jegliche Information im Zusammenhang mit COVID-19 kann durch die aktuelle Entwicklung schnell veralten, wenn weitere Details verfügbar werden. Einige der folgenden Informationen können auch im Widerspruch stehen zu den Äußerungen lokaler oder globaler Gesundheitsbehörden. Die gesamte aktuelle Berichterstattung zu COVID-19 finden sie auf der deutschsprachigen Univadis-Webseite  oder in ihrer Smartphone-App für Android- oder Apple-Handys.

Wir hoffen, dass diese Informationen sich als nützlich für Ihre tägliche Praxis erweisen, unabhängig davon, ob Sie und Ihre Patienten direkt von COVID-19 betroffen sind, oder nicht..
 

1. Deutschland ist führend bei Zahl der Intensivbetten: Schon vor der Krise hatte Deutschland mit 33.9 intensivmedizinischen Betten je 100.000 Einwohner eine bessere Versorgung als die meisten anderen Länder. Insgesamt waren es (Stand 2017) 28.031 Betten, verteilt auf 1.160 Krankenhäuser. Inzwischen wurde diese Zahl auf annähernd 40.000 erhöht. In Italien ist der Anteil an Intensivbetten mit 8.6/100.000 Einwohner besonders niedrig, und auch Spanien (9.7) und Frankreich (16.3) sind im Vergleich zu Deutschland schlecht versorgt. Dagegen sind Österreich (28.9) und die USA (25.8) diesbezüglich in einer ähnlich guten Position wie Deutschland.

2. Eine Gruppe italienischer Forscher äußert sich skeptisch zu der Idee, Chloroquin und Hydroxychloroquin großflächig zur Prophylaxe einzusetzen. Die wichtigsten Bedenken lauten: 

  • Ist es ethisch vertretbar, die Verabreichung von Chloroquin oder Hydroxychloroquin gegen die Ausbreitung von COVID-19 zu erproben, ohne Belege für die Wirksamkeit solch einer Maßnahme aus der Evidenz-basierten Medizin zu haben?
  • Bezüglich des ersten Grundsatzes der Medizin, nicht zu schaden: Besteht ein – wenn auch möglicherweise kontrolliertes – Risiko?  
  • Wenn es keine Kontraindikationen gibt: Könnten diese Arzneien ideale Kandidaten für die Prophylaxe bei gesunden Personen in Risikogebieten sein, oder bei positiv getesteten, aber asymptomatischen Menschen eine sichere und billige Therapie darstellen?
  • Selbst wenn diese Vorgehensweise nach dem Vorliegen positiver Daten weltweit akzeptiert würde, wären die Vorräte an Chloroquin and Hydroxychloroquine womöglich nicht ausreichend.

3. Ein ethisches Dilemma: Wer wird gerettet? Die Pandemie zwingt Ärzte vielerorts zu dieser Diskussion, was bislang undenkbar war. In Großbritannien wurden, entsprechende Empfehlungen zuletzt im Jahr 2017 erneut. Sie besagen: “Jeder ist gleich viel wert – dies bedeutet aber nicht, dass jeder die gleiche Behandlung bekommt”. Standesverbände wie die British Medical Association und das Royal College of Physicians erstellen ebenfalls Leitlinien für ihre Mitglieder. Auch der Deutsche Ethikrat hat sich zu Wort gemeldet. Der Staat dürfe menschliches Leben nicht bewerten und deshalb auch nicht vorschreiben, welches Leben in einer Konfliktsituation zu retten sei, hieß es in einer Ad-hoc Empfehlung.

4. Eine Studie zur Seroprävalenz in der Bevölkerung hat der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa angekündigt. Diese solle „in der nächsten Woche, so schnell wie möglich“ beginnen und Proben von insgesamt 60.000 Personen untersuchen. In Deutschland sind ähnliche Studien mit 1000 Menschen in Heinsberg und 3000 Personen in München angelaufen.

5. Erste Zahlen aus französischen Pflegeheimen. Während weltweit die Zahl der Infektionen die Marke von 1,5 Millionen überschritten hat, gibt es einige Hinweise, dass sich deren Zunahme seit dem Beginn der Maßnahmen zur „sozialen Distanzierung“ verlangsamt. In Einrichtungen, deren Kapazitäten zur Beatmung fast erschöpft sind, hält die Krise jedoch an. So berichtete der Generaldirektor Gesundheit Jérôme Salomon, dass in französischen Pflegeheimen 14.638 Fälle von COVID-19 bestätigt, und von dort 884 Todesfälle gemeldet wurden

6. Diabetes ist ein Risikofaktor für eine rasche COVID-19-Progression und einen ungünstigeren Verlauf. Die zeigt, wie berichtet eine neue Studie aus Wuhan (China). Patienten mit Diabetes wiesen demnach höhere Raten schwerer Pneumonien, höhere Spiegel von mit Gewebeschäden in Verbindung stehenden Enzymen, höhere Raten von übermäßigen unkontrollierten Entzündungsreaktionen und hyperkoagulablen Zuständen auf.