Unentgeltliche Arzneimittelvergaben fördern den Behandlungserfolg

  • JAMA Internal Medicine

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Die kostenlose Verteilung von essenziellen Arzneimitteln erhöht die Therapie und verbesserte so den Behandlungserfolg. Diese Erkenntnisse erhielten kanadische Wissenschaftler aus der CLEAN Meds Studie. Sie könnten nun dazu beitragen, die Richtlinien für den Zugang zu Arzneimitteln, z. B. die öffentliche Finanzierung wesentlicher Arzneimittel, zu adaptieren.

Hintergrund

Die Nichteinhaltung einer medikamentösen Behandlung ist weltweit verbreitet, auch bei lebensrettenden Behandlungen. Die Kosten sind eine wichtige Zugangsbarriere, und nur einige Gesundheitssysteme stellen den Patienten Medikamente kostenlos zur Verfügung.

Kanadische Forscher des St. Michael's Hospital (Toronto) sind nun der Frage nachgegangen, ob eine kostenlose Bereitstellung lebenswichtiger Medikamente den Therapieerfolg für Patienten beeinflussen kann.

Die CLEAN Meds randomisierte klinische Studie

In einer multizentrischen, nicht blinden, parallelen, randomisierten klinischen Studie (NCT02744963) wurden 786 Grundversorgungspatienten (439 Frauen und 347 Männer; mittleres [SD] Alter 51,7 [14,3] Jahre)  eingeschlossen. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zu der sonst üblichen Behandlung, kostenpflichte Arzneimittel (n=395), die andere Gruppe (n=391) erhielten ihre essenziellen Medikamente kostenfrei.  

Die kostenlose Verteilung von unentbehrlichen Arzneimitteln über einen Zeitraum von einem Jahr erhöhte die Therapietreue und verbesserte einige, jedoch nicht alle krankheitsspezifischen Parameter (absolute Risikodifferenz: 11,6 %).

So konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der systolische Blutdruck gesenkt werden konnte, allerdings die Kontrolle von Typ-1- und Typ-2-Diabetes und die Lipoprotein-Cholesterinspiegel durch die freie Verteilung essenzieller Arzneimittel nicht signifikant verbessert wurden.

Dementsprechend gehend die Forschenden davon aus, dass die kostenlose Verteilung von essenziellen Arzneimitteln die Einhaltung der verordneten Arzneimittelbehandlung erhöhte und den Therapieerfolg maßgeblich positiv beeinflussen kann.

Finanzierung: Canadian Institutes for Health Research, Canadian Institutes of Health Research & Province of Ontario, Canada Research Chairs program, St Michael’s Hospital Foundation.