Umstrittene Studie: Zustimmung bei KBV und Sachverständigenrat

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Die Studie „Zukunftsfähige Krankenhausversorgung“ der Bertelsmann Stiftung und des IGES-Instituts hat eine Menge Staub aufgewirbelt. Neben deutlicher Kritik findet die Analyse auch Zustimmung, zum Beispiel beim Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR Gesundheit) und bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

 

„Vor allem in heute überversorgten Ballungsgebieten könnte durch die Konzentration auf leistungsstarke, gut ausgestattete Krankenhausabteilungen den Patientinnen und Patienten eine noch höhere Qualität angeboten werden“, meint SVR-Vorsitzender Prof. Ferdinand Gerlach. Sein Stellvertreter Prof. Wolfgang Greiner fordert, dass der Strukturfonds „stärker auf die Schließung ganzer Krankenhäuser in überversorgten Regionen wie zum Beispiel manchen Großstädten abzielen“ sollte.

Kleine und defizitäre Häuser hätten weder die personellen noch apparativen Kapazitäten, um Patienten umfassend zu versorgen, sagt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Den Vorschlag der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dass Kliniken auch ambulante Versorgung leisten, lehnt die KBV ab. Sie wünscht sich das Gegenteil: Ein erheblicher Teil der stationären Behandlungen könne mindestens genauso gut in den Praxen durchgeführt werden, meint KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister.

Auch das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin meldet sich zu Wort: „Nicht das irgendwie ausgestattete Krankenhaus um die Ecke als Symbol für Heimat sollte die Direktive sein, sondern eine evidenzbasierte – wirksame und kosteneffektive – Gesundheitsversorgung, die von erfahrenen Teams auf dem Stand der Wissenschaft durchgeführt wird.“ Unterdessen regt Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Medienberichten zufolge die Gründung eines Planungsinstituts an. Dieses solle sich um die künftige Krankenhausversorgung kümmern. Kassen sollten Mitspracherecht bekommen und sich an Investitionen beteiligen.