Umfrage: Ärzte sehen wachsende Mängel

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Wiesloch (pag) – Weniger Zeit für mehr Patienten und zu hohe Kosten für Behandlungen. Im aktuellen MLP-Gesundheitsreport beklagen Ärzte wachsende Mängel in der Versorgung. Die Maßnahmen der Politik sehen sie skeptisch und hoffen auf eine grundlegende Reform.

Für den Report hat das Institut für Demoskopie Allensbach über 500 Ärzte befragt. Fast jeder zweite (45 Prozent) berichtet, er habe Patienten aus Kostengründen medizinische Leistungen vorenthalten müssen, noch häufiger seien sie deshalb verschoben worden (64 Prozent). Vor allem Hausärzte (66 Prozent) sorgen sich um ihre Therapiefreiheit. Auch der Ärztemangel treibt die Niedergelassenen um: 69 Prozent haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal für die Praxis zu finden, zwei Drittel sorgen sich um die Nachfolge. Laut Bericht hat sich die Einschätzung gegenüber 2016 verschlechtert – auch in den Krankenhäusern. 61 Prozent der Klinikärzte klagen über fehlende Zeit für die Patienten, rund die Hälfte versorgt zunehmend mehr Erkrankte. Vor allem die Notaufnahmen sind das Problem: 75 Prozent der Ärzte im Krankenhaus haben häufig mit Notfällen zu tun, die keine sind. Insgesamt bewertet jeder fünfte die Qualität in den Kliniken als weniger oder gar nicht gut.

Die derzeitigen Reformen sehen die Ärzte kritisch: Die Erweiterung der Sprechstunde auf 25 Wochenstunden kritisiert mehr als die Hälfte (62 Prozent). Auch die Personaluntergrenzen stoßen auf große Ablehnung, nur zwölf Prozent der Klinikärzte halten sie für umsetzbar. Eine große Mehrheit der Mediziner (70 Prozent) wünscht sich einen umfassenden Wandel der Versorgung. „Die Politik ist gefordert, strukturelle Verbesserungen anzugehen. Ein Herumdoktern an einzelnen Schwachstellen im System reicht nicht mehr, um unser Gesundheitswesen zukunftsfest zu machen – das zeigt unsere Studie sehr deutlich“, sagt Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP.

Den Report finden Sie hier.