Umfrage: 18 Prozent der Ärzte wollen keine E-Rezepte

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Berlin (pag) – Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der digitalen Medizin noch immer hinterher. Das ist die mehrheitliche Einschätzung von 500 Ärztinnen und Ärzten, die für eine Studie des Digitalverbands Bitkom in Zusammenarbeit mit dem Hartmannbund befragt worden sind. Die Ergebnisse stellen beide Organisationen vor Journalisten vor.

Für das schlechte Abschneiden gebe es verschiedene Gründe, führen die befragten Mediziner an. Die komplexe Bürokratie bremse die digitale Entwicklung aus, meinen 91 Prozent der Ärzte, und auch der hohe Datenschutz sorge für Komplikationen. Ebenso mangele es an Kompetenz der Ärzteschaft im Umgang mit Technik und digitalen Medien, geht aus der Studie außerdem hervor.

Die Umfrage analysiert unter anderem, wie verbreitet die Nutzung digitaler Hilfestellungen in Kliniken und Praxen des deutschen Gesundheitssystems ist. Immerhin 19 Prozent geben an, bei Operationen und Eingriffen von Robotern unterstützt zu werden. Viele Ärzte wünschen sich in diesem Bereich ein erweitertes Angebot.

Unzureichender Schutz gehöre ebenfalls zu den Themen, an denen dringend gearbeitet werden müsse. 66 Prozent der Kliniken sorgen sich vor Cyberangriffen, in den Praxen sind es sogar 83 Prozent. Auch das E-Rezept sei ein „Riesenthema“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Vier Prozent machen vereinzelt davon Gebrauch, 18 Prozent der Befragten äußern sich strikt dagegen, 57 Prozent können sich jedoch gut vorstellen, künftig auf diese Möglichkeit zurückzugreifen.

Eine der größten Aufgaben für die Zukunft sei es, dafür zu sorgen, dass „unser Gesundheitswesen auf internationalem Niveau Schritt halten kann und leistungsfähig bleibt. Hier kann auch die Politik einiges dafür tun, dass sich die medizinische Versorgung verbessert,“ findet Rohleder.

„Die positive Botschaft ist, dass Kolleginnen und Kollegen die Digitalisierung als Chance zur Verbesserung der Versorgung ihrer Patienten begreifen,“ so Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes. Das empfinden mehr als drei Viertel der Befragten – 2020 waren es nur 67 Prozent.