Ultraschall-Behandlung des Prostata-Karzinoms scheint ähnlich wirksam wie konventionelle Therapie


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In der nach Angaben der Autoren weltweit größten Studie zur Therapie kleiner Tumoren der Prostata mit hochintensivem, fokussiertem Ultraschall wurde im Vergleich zu publizierten Daten eine ähnlich gute Krankheitskontrolle erreicht wie mit Operationen oder einer Strahlentherapie, bei einer möglicherweise geringen Rate an Harninkontinenz und Erektionsstörungen.

Hintergrund

Klinisch signifikante, nicht metastasierte Prostatakarzinome (PK) werden zumeist operativ oder mittels Strahlentherapie behandelt, wobei als Nebenwirkungen unter anderem Impotenz und Harninkontinenz drohen. Durch den Einsatz von hochintensivem, fokussierten Ultraschall (HIFU) zur Zerstörung des entarteten Gewebes erhoffen sich die Autoren geringere Nebenwirkungen ohne Einbußen bei der Wirksamkeit.

Design

Prospektive Studie mit 625 konsekutiven Patienten mit nicht metastasierten, klinisch signifikanten PK, die zwischen 2006 und 2015 in 6 britischen Krankenhäusern mittels HIFU behandelt wurden. 599 dieser Patienten konnten für mindestens 6 Monate nachverfolgt werden, 505 (84%) hatten ein intermediäres oder Hochrisiko-PK.

Hauptergebnisse

  • Den primären Endpunkt der Studie (Überleben ohne radikale oder systemische Therapie, Metastasen oder Tod durch PK) erreichten bei einem medianen Follow-Up von 56 Monaten 99 % der Patienten nach einem Jahr, 92 % nach 3 Jahren und 88 % nach 5 Jahren.
  • 98 % der Patienten überlebten 5 Jahre ohne Metastasen.
  • Die PK-spezifische Mortalität nach 5 Jahren betrug 1 %.
  • Das Gesamtüberleben nach 5 Jahren betrug 99 %.
  • 98 % der 247 Patienten, die validierte Fragebögen retournierten, waren vollständig in der Lage, ihren Harn zurückzuhalten, keiner benötigte mehr als eine Einlage / Tag.

Klinische Bedeutung

Auch die Ultraschall-Therapie setzt eine Lokalisation des Krankheitsherdes voraus, die mit MRI-geleiteten oder transperinealen Biopsien verbunden ist. Danach hatte die HIFU bei Patienten mit einem klinisch signifikanten PK eine hohe Effektivität und über 5 Jahre hinweg eine geringe Rate von Nebenwirkungen. Allerdings handelte es sich um eine nicht randomisierte Studie, sodass Vergleiche mit den Nebenwirkungsraten von Operationen oder einer Strahlentherapie nur bedingt möglich sind.

Finanzierung: Medical Research Council und Sonacare Inc.