Überraschend niedrige Mortalität und Morbidität nach Operation des frühen NSCLC


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Für Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs des Stadiums T1aN0, die in guter körperlicher Verfassung sind, fanden sich in der Post-hoc-Analyse einer randomisierten Studie beim Vergleich von sublobularer Resektion versus Lobektomie weder Unterschiede in der Mortalität noch in der Morbidität in den ersten 90 Tagen. Die Raten waren mit weniger als 2 % bzw. 15 % unerwartet niedrig und könnten nach Meinung der Autoren als Referenz für neuere, nicht-chirurgische Vorgehensweisen dienen.

Hintergrund

Der nichtkleinzellige Lungenkrebs wird zunehmend in früheren Stadien entdeckt, wodurch das Interesse an sublobularen Resektionen als Alternative zu einer Lobektomie gewachsen ist. In der aktuellen Studie sollten die Ergebnisse bezüglich Morbidität und Mortalität zwischen beiden Eingriffen verglichen werden.

Design

Post hoc-Analyse der perioperativen Morbidität und Mortalität der Teilnehmer einer randomisierten klinischen Studie (CALGB/Alliance 140503), die das Ziel hatte, die optimalen Mengen des zu entnehmende Lungengewebes bei Patienten mit Karzinomen des Stadiums T1aN0 zu bestimmen. Primäres Studienziel war das krankheitsfreie Überleben; eingeschlossen wurden 697 aus 69 Zentren in Australien, Kanada und den USA.

Hauptergebnisse

  • Von 697 Studienteilnehmern waren 6 (0,9 %) binnen 30 Tagen verstorben, 4 davon nach einer Lobektomie und 2 nach einer sublobularen Resektion. Nach 90 Tagen waren 10 Patienten (1,4 %) gestorben, davon 6 nach einer Lobektomie und 4 nach sublobularer Resektion. Die Differenz von jeweils 0,5 Prozentpunkten zwischen den beiden Techniken lag für beide Zeiträume innerhalb des 95%-Konfidenzintervalls, es gab also keinen signifikanten Unterschied in der Mortalität.
  • Nebenwirkungen des Schweregrades 3 oder schlimmer erlitten 54 Patienten (15 %) nach einer Lobektomie und 48 (14 %) nach sublobularer Resektion. Weder bei kardialen noch bei pulmonalen Komplikationen sah man hier einen Unterschied, transfusions-pflichtige Blutungen hatten in beiden Gruppen eine Häufigkeit von 2 %.

Klinische Bedeutung

Die Studie stellt nach Meinung des Kommentators Daniel Bofa von der Yale University einen „aktualisierten Referenzpunkt für zukünftige Diskussionen über die chirurgische Behandlung des frühen Lungenkrebs dar“. Die Ergebnisse sind besser als bei den meisten großen Registern. Allerdings betonen die Autoren auch, dass es sich um körperlich und funktionell fitte Patienten handelte.

Finanzierung: National Cancer Institute.