Typ-2-Diabetes: Wahl des oralen Antidiabetikums mit Demenzrisiko verknüpft

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  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Bei älteren Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die mit der Anwendung oraler Antidiabetika begannen, variierte das Risiko für eine Demenzdiagnose ein Jahr später mit dem/den ausgewählten Medikament/en.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse können die Entscheidungsfindung in Bezug auf eine Behandlung unterstützen.

Studiendesign

  • Prospektive US-amerikanische Kohortenstudie mit 559.106 demenzfreien Veteranen im Alter von ≥ 60 Jahren mit Typ-2-Diabetes, bei denen eine Behandlung mit oralen Antidiabetika eingeleitet wurde (2001–2017):
    • 53,0 % nur Metformin (Kontrollgruppe)
    • 22,5 % nur Sulfonylharnstoff
    • 22,0 % Metformin plus Sulfonylharnstoff
    • 1,0 % nur Thiazolidindion
    • 0,7 % Metformin plus Thiazolidindion
    • 0,8 % Sulfonylharnstoff plus Thiazolidindion
  • Wichtigstes Ergebnis: Demenz jeglicher Ursache
  • Finanzierung: NIH, andere Sponsoren

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Rate der Demenz jeglicher Ursache betrug während der Nachbeobachtung 8,2 Fälle pro 1.000 Personenjahre.
  • Nach ≥ 1 Behandlungsjahr und im Vergleich zu einer Metformin-Monotherapie war das bereinigte Risiko der Patienten für eine Demenz jeglicher Ursache:
    • 22 % niedriger unter einer Thiazolidindion-Monotherapie und 11 % niedriger unter Metformin plus Thiazolidindion.
    • 12 % höher unter einer Sulfonylharnstoff-Monotherapie, 14 % höher unter Metformin plus Sulfonylharnstoff und 4 % höher unter Sulfonylharnstoff plus Thiazolidindion.
  • Der Nutzen der Thiazolidindion-Monotherapie war bei übergewichtigen und adipösen Patienten größer als bei normalgewichtigen Patienten.
  • Metformin plus Thiazolidindion war das einzige Regime, das die Risiken sowohl für Alzheimer-Krankheit als auch für vaskuläre Demenz signifikant verringerte.
  • Nach ≥ 2-jähriger Behandlung waren die Ergebnisse ähnlich, mit der Ausnahme, dass Metformin plus Sulfonylharnstoff und Sulfonylharnstoff plus Thiazolidindion jetzt eine schützende Wirkung zeigten.

Einschränkungen

  • Die Analysen stützten sich auf Verschreibungsdaten.
  • Die Ergebnisse könnten durch restliche Störfaktoren beeinflusst worden sein.
  • Kleine Anzahl an Patienten in einigen Gruppen.
  • Die Population bestand größtenteils aus älteren Männern.