Typ-2-Diabetes: Gute Prognose bei guter Kontrolle von Risikofaktoren


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Typ-2-Diabetes-Patienten, bei denen die fünf Risikofaktoren HbA1c, LDL-C, Albumin-Ausscheidung, Nikotinkonsum und Blutdruck innerhalb der Norm liegen, haben ein höchstens marginal erhöhtes Risiko für Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall. Erhöht ist jedoch ihr Herzinsuffizienz-Risiko. 

Hintergrund

Patienten mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und einen vorzeitigen Tod. Ein Hauptziel der Behandlung dieser Patienten ist daher, dieses Risiko zu minimieren oder am besten ganz zu eliminieren. Die Autoren der vorliegenden Studie haben untersucht, wie gut dieses Ziel realisiert werden kann.

Design

Kohortenstudie mit 271.174 Typ-2-Diabetes-Patienten aus dem schwedischen Diabetes-Register. Zur Vergleichs-Gruppe gehörten 1.355.870 Personen.

Für die statistische Analyse wurden das Alter der Diabetes-Patienten und fünf kardiovaskuläre Risikofaktoren berücksichtigt: HbA1c, LDL-C, Albumin-Ausscheidung, Nikotinkonsum und Blutdruck. Die mediane Beobachtungsdauer betrug 5,7 Jahre. 

Hauptergebnisse

Das Risiko für Tod und kardiovaskuläre Komplikationen nahm mit der Zahl der kardiovaskulären Risikofaktoren ab, die sich innerhalb der Norm befanden (beim Nikotin: Verzicht).

Bei Diabetes-Kranken mit allen fünf Risikofaktoren innerhalb der Norm ergaben die Berechnungen ein 

  • Gesamtmortalitätsrisiko von 1,06 (95% CI 1,00 bis 112)
  • Herzinfarktrisiko von 0,84 (95% CI 0,75 bis 0,93 und 
  • Schlaganfallrisiko von 0,95 (95% CI: 0,84 bis 1,07).

Ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko ergaben die Berechnungen für die Herzinsuffizienz  (HR 1,45,  95% CI 1,34 bis 1,57)

Ein HbA1c-Wert ausserhalb der Norm erwies sich als stärkster Vorhersagewert für einen Schlaganfall und einen Herzinfarkt. Das größte Sterberisiko ergaben die Berechnungen für Raucher.

Am größten ist das kardiovaskuläre Risiko für unter 55-jährige Diabetes-Patienten.

Klinische Bedeutung

Die Studie, obgleich nur eine Beobachtungsstudie, zeigt, wie wichtig und auch erfolgversprechend Bemühungen sind, bei Diabetes-Patienten kardiovaskuläre Risikofaktoren durch veränderte Lebensweise und pharmakologische Therapien in den Griff zu bekommen. Denn Typ-2-Diabetes-Patienten, bei denen die hier untersuchten kardiovaskulären Risikofaktoren innerhalb der Norm liegen, haben der Studie zufolge ein höchstens marginal erhöhtes Risiko für Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies ist für die Kommunikation und „Führung“ der Patienten sicher ein wertvolles Ergebnis. Die Studie bestätigt allerdings auch andere Untersuchungen, nach denen Typ-2-Diabetes-Patienten besonders gefährdet sind, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln. Trotz einiger positiver Studiendaten zu neuen oralen Antidiabetika und kardiovaskulären Komplikationen besteht gerade zum erhöhten Herzinsuffizienz-Risiko der Diabetes-Patienten noch großer Forschungsbedarf. 

Finanzierung der schwedischen Studie: öffentliche Mittel