Typ-2-Diabetes: bessere kardiovaskuläre Ergebnisse bei frühzeitiger Gliflozin-Therapie

  • Univadis
  • Clinical Summary
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Erkenntnis

  • Die Ergebnisse unterstützen die aktuellen Leitlinien, die für Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) und nachgewiesener atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (ASCVD) oder einem hohen Risiko hierfür eine frühzeitige (≤ 12 Monate) Anwendung eines SGLT-2-Inhibitors (SGLT2i) empfehlen.
  • Bei Personen ohne ASCVD oder Risikofaktoren hierfür wurde kein Nutzen beobachtet.

Warum das wichtig ist

  • Ob T2D-Patienten mit Risikofaktoren für ASCVD, jedoch ohne etablierte ASCVD, von SGLT2is profitieren würden, blieb unklar.

Studiendesign

  • Die Studienpopulation umfasste 1.685 Patienten mit einer ersten SGLT2i-Verordnung innerhalb von ≤ 12 Monaten nach der Diagnose, per Propensity-Score abgestimmt mit 1.685 Patienten mit einer ersten SGLT2i-Verordnung nach > 12 Monaten, unterteilt in „mit bekannter ASCVD“, „mit zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren“ und „ohne ASCVD oder Risikofaktoren“.
  • Primäres Ergebnis: schwere kardiale Komplikationen gemäß 3-Punkte-Klassifikation (3P-MACE), definiert als kardiovaskulär bedingter Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt und nicht-tödlicher Schlaganfall
  • Finanzierung: Keine

Wesentliche Ergebnisse

  • Während der medianen Nachbeobachtung über 2,8 Jahre betrug die MACE-HR für die SGLT2i-Einleitung innerhalb von ≤ 12 Monaten vs. nach > 12 Monaten 0,27 (95 %-KI: 0,17–0,42).
  • Ähnliche Ergebnisse wurden in den Subgruppenanalysen von Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren für eine ASCVD oder mit bekannter ASCVD beobachtet, nicht jedoch bei Patienten mit weder Risikofaktoren noch ASCVD (pInteraktion = 0,001).
  • Die SGLT2i-Einleitung war mit einer Verringerung der Raten für MI-Ereignisse und kardiovaskulär bedingtem Tod, jedoch nicht für ischämische Schlaganfälle assoziiert.
  • ASCVD und/oder Risikofaktoren allein sowie eine verzögerte SGLT2i-Anwendung resultierten in einer Erhöhung der MACE-Raten um 5,87 und 0,13 pro 1.000 Personenjahre.

Einschränkungen

  • Willkürlich gewählter 12-Monats-Cutoff für „frühzeitige“ Einleitung
  • Keine Beurteilung der Fortdauer der SGLT2i-Anwendung
  • Mögliche restliche Störfaktoren
  • Das Propensity-Score-Matching resultierte in einer verringerten Stichprobengröße.