Typ-2-Diabetes: Auch ohne Gewichtsreduktion kann der Blutzuckerspiegel gesenkt werden

  • Diabetologia

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Entscheidend für die Verringerung der HbA1c- und Leberfettwerte bei Patienten mit Typ 2-Diabetes ist nicht die Gewichtsabnahme, sondern die verminderte Zufuhr von Kohlenhydraten.

Hintergrund

Eine hyperkalorische Ernährung gilt als eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Daher raten Ärzte zu einer Reduktion des Körpergewichts, um der Stoffwechselerkrankung vorzubeugen.

Ernährungswissenschaftler aus Dänemark haben nun in der „CutDM iso"-Studie untersucht, ob eine kohlenhydratreduzierte proteinreiche Ernährung - ohne Senkung der Gesamtkalorienzufuhr - ausreicht, um den Blutzuckerspiegel zu senken.

Gewichtsstabile Patienten können ihren Blutzuckerspiegel senken

28 Patienten mit Typ-2-Diabetes nahmen an der dänischen „CutDM iso"-Studie teil. Über sechs Wochen erhielten die Teilnehmer eine konventionelle isoenergetische Diabetes-Diät mit einem 50 % reduzierten Kohlenhydrat- und 17 % Proteingehalt. Danach wechselten die Probanden weitere sechs Wochen auf eine spezielle isoenergetische Diät mit einem 30 % Kohlehydrat- und 30 % Proteingehalt. Weiterhin wurde der Fettanteil von 33 % auf 40 % erhöht.

Die Forschenden konnten zeigen, dass eine 6-wöchige kohlenhydratarme Ernährung - auch ohne Gewichtsreduktion – eine Minderung des Blutzuckerspiegels möglich macht. Im Vergleich zu einer normalen Diabeteskost, die eine Reduktion des HbA1c-Werts um 0,1 % ermöglicht, konnte eine isoenergetische kohlenhydratarme Ernährung den HbA1c-Wert um 0,6 % senken. Auch der Nüchternblutzucker und die postprandialen Blutzuckerwerte konnten so verbessert werden.

Kohlenhydratarme Ernährung ist positiv für den Fettstoffwechsel

Trotz der vermehrten Fettzufuhr zeigten die „CutDM iso"-Studienergebnisse eine Reduktion des Fettgehalts in der Leber um 2,4 % und in der Bauchspeicheldrüse von 1,7 %. Dahingegen konnte in der Kontrollgruppe eine Fettzunahme um 0,2 % in der Leber und 0,5 % in der Bauchspeicheldrüse festgestellt werden.

Die Forschenden gehen davon aus, dass eine Fettleber bei Typ-2-Diabetes- Patienten nicht auf eine fettreiche Ernährung, aber auf eine Kohlenhydratüberlastung des Stoffwechsels zurückzuführen ist.

Finanzierung: Arla Food for Health, Arla Foods, JAN Import A/S, Royal Greenland and Danish Crown; the Novo Nordisk Foundation Center for Basic Metabolic Research, University of Copenhagen, Aarhus University; Copenhagen University Hospital