Topische Immuntherapie bei Alopecia areata mit hoher Erfolgsquote


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In einer Übersichtsarbeit wurden die Ergebnisse von 45 Studien zur Wirksamkeit einer topischen Immuntherapie bei Alopecia areata zusammengeführt und die unterschiedlichen Bewertungskriterien vereinheitlicht. Die Ergebnisse zeigen hohe Erfolgsraten, aber auch Faktoren, die mit einem schlechteren Ergebnis assoziiert sind.

Hintergrund

Bei schwerem und refraktärem kreisförmigen Haarausfall (Alopecia areata) gilt die topische Immuntherapie mit Kontaktsensibilisatoren wie Diphenylcyclopropenon oder Quadratsäuredibutylester bezüglich ihrer Wirksamkeit als gut dokumentiert. Die Art und Weise; wie das Nachwachsen der Haare und deren Wachstumsrate bestimmt wurde, war jedoch in verschiedenen Studien sehr unterschiedlich.

Design

Ziel der Studie war es, die klinischen Resultate der Immuntherapie bei der Alopecia areata anhand standardisierter Kriterien zu messen. Dazu wurden 45 Studien mit 2.227 Patienten, die in einer Datenbanksuche gefunden wurden, selektiert und anhand mehrerer Kriterien aufgeschlüsselt. Das Neuwachstum der Haare wurde anhand einer 4-stufigen Skala eingeteilt (primäres Studienziel), zusätzlich wurden Nebenwirkungen und die Rückfallraten gemessen.

Hauptergebnisse

  • Unter den Immuntherapien wuchs das Haar bei 65,5 % der Patienten mit Alopecia areata erneut. Bei der fleckenförmigen Form der Krankheit betrug die Neuwachstumsrate 74,6 %, in der Alopecia totalis/universalis-Gruppe wurden 54,5 % erreicht.
  • Ein vollständiges Nachwachsen der Haare erlebten durchschnittlich 32,3 % der Patienten, dabei 24,9 mit der fleckenförmigen Form und 32,3 % mit Alopecia totalis/universalis.
  • Mehrere Faktoren korrelierten mit einem schlechteren Behandlungserfolg: Eine betroffene Fläche von mehr als 50 % mit einem Chancenverhältnis OR von 3,05; eine Beteiligung der Nägel (OR 2,06), und eine Vorgeschichte als Atopiker (OR 1,61).
  • Die Neuerkrankungsrate betrug unter Erhaltungstherapie 38,3 %, und ohne fortgesetzte Therapie 49,0 %.

Klinische Bedeutung

Die Studienergebnisse sprechen für vergleichsweise gute Erfolgschancen mit dieser Therapie. Die Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Formen der Alopecia areata kann für die Beratung der Patienten hilfreich sein, wobei die Daten zur Erhaltungstherapie dazu beitragen könnten, die Adhärenz zu fördern.

Finanzierung: Keine Angaben.