Tomoelastografie: Diagnostische Methode zur Unterscheidung von gutartigen und bösartigen Lebertumoren

  • Cancer Research

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Tomoelastografie wurde von Forschenden der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt, um die Konsistenz von Tumoren durch Magnetresonanztomografie (MRT) nicht-invasiv bewerten zu können. So stellt die Tomoelastografie eine neuartige bildgebende Methode zur quantitativen Abbildung der Fest-Flüssig-Gewebeeigenschaften von Weichgeweben in vivo da. Sie bietet eine hohe Auflösung und hat somit klare klinische Anwendungen, zum Beispiel zur Detektion von bösartigen Lebertumoren.

Hintergrund

Lebertumoren stellen weltweit die fünfthäufigste aller Tumorerkrankungen dar. Die Vermehrung von Bindegewebe in der Leber (Leberfibrose), oder die Vernarbung des Organs (Leberzirrhose), können eine Verhärtung der Leber verursachen die wiederum das Risiko für bösartige Lebertumore erhöht. Über die Rolle der Wechselwirkungen zwischen festem und flüssigem Gewebe und ihre Auswirkungen auf die Entstehung von bösartigen Lebertumoren war bislang wenig bekannt. Forschende der Charité haben nun erstmals die Verbindung zwischen der mechanischen Konsistenz der Leber und den in diesem Organ wachsenden Tumoren mittels der Tomoelastografie entschlüsselt.

Akustische Wellen zur Aufklärung der Konsistenz von Lebertumoren

Die Tomoelastografie ist eine neuartige, nicht-invasive, bildgebende Methode, die eine Kombination aus Tomografie - zur Schnittbildgebung – und Elastizitäten – der Spannkraft zur detailgetreuen Abbildung der Konsistenz von Tumoren – nutzt. Patienten werden mit dem MRT untersucht und währenddessen für circa fünf Minuten mit akustischen Wellen beschallt, deren Ausbreitung in der Leber gemessen wird. Diese diagnostische Methode ist besonders empfindlich gegenüber Veränderungen der Fest-Flüssig-Eigenschaften von weichen Gewebeteilen und kann somit zur differenzierten Darstellung von Lebertumoren genutzt werden.

Tomoelastografie an der Charité erstmals klinisch validiert

Bösartige Lebertumoren zeichnen sich durch sowohl steife als auch flüssige Gewebeeigenschaften aus. Das umgebende Gewebe hat überwiegend feste Eigenschaften. Um zu testen, ob die Tomoelastografie diese Unterschiede quantitativ nachweisen kann, wurden 77 Patienten mit insgesamt 141 fokalen Leberläsionen unterschiedlicher Genese in eine klinische Studie eingeschlossen. Zusammengenommen konnten die Forschenden zeigen, dass die Tomoelastografie nicht-invasiv über die Malignität verdächtiger Leberläsionen informieren kann. So kann die Methode quantitativ zwischen gutartigen und bösartigen Läsionen unterscheiden, indem sie mit einer hohen Empfindlichkeit die Steifheit und Fluidität von Geweben analysiert.

Die Forschenden gehen davon aus, dass ihre Erkenntnisse in Zukunft dazu beitragen können, besser zwischen gut- und bösartigen Tumoren zu unterscheiden. Bis dahin sind allerdings weitere umfangreiche Studien zur Robustheit und Genauigkeit der nicht-invasiven Tomoelastografie bei Tumoren notwendig.

Finanzierung: BMBF, Graduiertenkolleg „BIOphysical Quantitative Imaging Towards Clinical Diagnosis (BIOQIC), Sonderforschungsbereich „In vivo Darstellung pathologischer Veränderungen der Extrazellulärmatrix – Matrix in Vision“