Tollwut bei Zehnjährigem aus Frankreich


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Bereits im Sommer infizierte sich ein zehnjähriger Franzose am Strand von Sri Lanka offensichtlich mit dem Rabiesvirus, als er von einem streunenden Hund gebissen wurde. Das teilte die französische Gesundheitsbehörde mit. Seit ein paar Tagen wird der Junge stationär betreut und kämpft gegen die fast immer tödlich verlaufende Infektion.

In Frankreich und Deutschland tritt Tollwut extrem selten auf, die Infektion erfolgt meistens im Ausland. Weltweit sterben pro Jahr jedoch rund 59.000 Menschen an der Viruserkrankung, vor allem in Afrika und Asien.

99 Prozent der weltweiten Fälle von Tollwut bei Menschen werden durch den Hund übertragen. In den USA hingegen gingen in den letzten Jahren die meisten Fälle auf Bisse von Fledermäusen zurück und diese stellen auch in Australien, Lateinamerika und Westeuropa ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Andere wildlebende, Tollwut tragende Raubtiere, wie Fuchs, Waschbär, Stinktier, Schakal oder Mungo, sind sehr selten Auslöser einer Erkrankung. Hauptüberträger ist in europäischen Ländern der Fuchs. Der Abwurf von Impfködern hat inzwischen in Deutschland dazu geführt, dass die Krankheit bei Füchsen nur noch sehr vereinzelt auftritt. Tollwut-Fälle hierzulande sind daher wie der in Frankreich meist eingeschleppt.

Die Viren werden meist von infizierten Säugetieren meist durch Bisse oder Kratzen übertragen. Es gibt wirksame Impfstoffe, die auch kurz nach einem Tierbiss noch helfen können.