Todeszahlen durch Alzheimer um 55 % gestiegen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften 

Die Zahl der Todesfälle durch die Alzheimer´sche Krankheit in den USA hat binnen 15 Jahren um 54,5 % zugenommmen.

Im letzten Berichtsjahr 2014 war der Morbus Alzheimer mit 3,6 % aller Fälle die sechsthäufigste Todesursache.

Hauptergebnisse

In 2014 starben in den USA laut amtlichen Urkunden 93.541 Menschen an Alzheimer. Die auf die Bevölkerung des Jahres 2000 alters-adjustierte Todesrate betrug 25,4 Tote / 100.000 Bevölkerung. Im Jahr 1999 war die Todesrate durch Alzheimer noch 16,5. Dies ergibt einen Zuwachs von 54,5 % binnen 15 Jahren.

Für Personen zwischen 75 und 84 Jahren wuchs die jährliche Sterberate von 129,5 auf 185,6, für Personen über 85 Jahren von 601,3 auf 1006,8 – jeweils bezogen auf eine Bevölkerung von 100.000.

Der Anteil der Patienten, die in einer Klinik an Alzheimer starben, ist von 14,7 % auf 6,6 % gesunken. Dagegen stieg der Anteil derjenigen, die zuhause starben, von 13,9 % auf 24,9 %.

Design

Forscher der US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention zählten die auf Totenscheinen ausgewiesenen Alzheimer-Fälle im National Vital Statistics System für den Zeitraum 1999 – 2014.

Klinische Bedeutung

Die Prognosen bezüglich einer drastischen Zunahme von Alzheimer-Fällen werden durch die neuen US-Zahlen bestätigt, auch wenn ein Teil des Zuwachses der Tatsache geschuldet sein könnte, dass Alzheimer heute mit größerer Wahrscheinlichkeit erkannt und als Todesursache auf dem Totenschein vermerkt wird. Dass mehr Patienten zuhause sterben, dürfte die Belastung für Familien und andere unbezahlte Pflegekräfte zusätzlich verstärken. Die Autoren verweisen daher auf die zunehmende Bedeutung von Maßnahmen zur Schulung und Entlastung pflegender Angehöriger.