Tod durch Tiere: Diese Arten sind am gefährlichsten


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Wo Mensch und Tier aufeinandertreffen, geht es auch von Seiten der Tiere nicht immer nur sanft zu. Da wird gebissen, getreten und gestochen. Das kann zu teilweise schweren Verletzungen oder sogar zum Tod führen. Eine Studie die jetzt in der Zeitschrift Wilderness & Environmental Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte die Zahl und Ursachen für menschliche Todesfälle aufgrund von Tierattacken in den USA in den Jahren 2008 bis 2015.

Haie, Schlangen und Bären führen die Hitliste nicht an, sondern Nutztiere wie Rinder und Pferde, gefolgt von Bienen, Hornissen und Wespen und dem treuesten Freund des Menschen, dem Hund. Die Zahl der Todesfälle blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum relativ konstant. Rund 200 US-Amerikaner kommen jedes Jahr durch Tiere zu Tode.

Unterschieden wurde in der Veröffentlichung zwischen „venösen“ und „nicht-venösen“ Todesfällen. Bei den venösen Todesfällen geht es um Kontakte mit giftigen Tieren. Im Schnitt 86 Amerikaner sterben daran pro Jahr. Die tödlichste Begegnung mit Gifttieren ist eine Anaphylaxie nach einem Stich durch eine Biene, Wespe oder Hornisse. Der afrikanisierten Honigbiene, die in den 1950er Jahren eingekreuzt wurde, um den Ertrag zu erhöhen, wird ein deutlich größeres Aggressionspotential nachgesagt als der heimischen Imme. Schätzungsweise jährlich 220.000 Besuche in den Notaufnahmen des Landes sind auf allergische Reaktionen infolge von Bienenstiche zurückzuführen. Menschen mit bekannten allergischen Reaktionen sollten jederzeit ein tragbares Adrenalin-Gerät mit sich tragen, schlagen die Autoren der Studie vor.

Prozentual am meisten Menschen kommen aber bei Kontakt mit Bauernhoftieren zu Tode, in erster Linie durch Rinder und Pferde. Die Autoren fordern die Sicherheitsvorkehrungen in der Landwirtschaft zu verbessern. Sie gehen hier – was die Zahl der Verletzungen durch Tiere ausgeht - von einer hohen Dunkelziffer aus. Nach Rindern und Pferden sind es unter den Säugetieren vor allem Hunde, die Menschen gefährlich werden. In erster Linie für kleinere Kindern unter vier Jahren enden Hundebisse tödlich, da sie eher in den Kopf gebissen werden als größere Kinder und Erwachsene. In den USA sterben statistisch 0,8 Menschen auf eine Million Einwohner an einem Biss durch einen Hund. In Deutschland kommen rund drei Menschen pro Jahr aufgrund von Hundebissen zu Tode. Die Zahl der teilweise schweren Verletzungen ist deutlich höher. Die gefährlichsten Hunderassen sind Pitbull-Terrier, Rottweiler und der Deutsche Schäferhund.