TK-Innovationsreport: Qualität neuer Arzneimittel durchwachsen

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Berlin (pag) – Gut die Hälfte der im Innovationsreport 2019 der Techniker Krankenkasse (TK) bewerteten Arzneimittel fällt durch. Von 23 Wirkstoffen haben zwölf einen Zusatznutzen, fast alle sind teurer als die Alternativen. Die Ergebnisse hat der TK-Vorstand vor Journalisten vorgestellt.

In dem Report haben die Wissenschaftler 23 von 31 Arzneimitteln unter die Lupe genommen, die 2016 neu auf den Markt gekommen und in der ambulanten Versorgung sind. Die Verfasser untersuchten, ob es bereits einen vergleichbaren Wirkstoff gibt, ob das neue Medikament einen Zusatznutzen hat und wie teuer es ist. Bewertet wird nach der Ampelsystematik, das Ergebnis lautet: 14 Wirkstoffe sehen insgesamt rot, vier gelb und ebenfalls vier grün. Beim Zusatznutzen gibt es elf Mal rot, acht Mal gelb und vier Mal grün. Der Blick auf die Kosten zeigt: Bis auf eines sind alle neuen Arzneimittel teurer als die Alternativen. Die bewerteten Medikamente aus dem Jahr 2016 sorgten im Folgejahr bei der TK für Ausgaben in Höhe von 167 Millionen Euro, das seien 15 Prozent mehr. Viele der geprüften Wirkstoffe kommen bei Krebserkrankungen zum Einsatz, ein Drittel sind Orphan Drugs, erstmals ist ein Impfstoff dabei – gegen HPV.

„Enttäuschend“ sind die Ergebnisse für Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und Mitherausgeber des Reports: „Bei den meisten Medikamenten wissen wir Ärzte nicht, ob wir sie einsetzen sollen oder nicht, weil wir den Zusatznutzen nicht genau benennen können“, sagt er mit Blick auf die Bewertung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss. TK-Vorstand Dr. Jens Baas beklagt einen Qualitätsrückgang bei steigenden Kosten. Angesichts der zunehmenden Zahl von Medikamenten mit spezialisierter Indikation sei die Datenlage bei den Zulassungsstudien sei die Evidenz dünn und müsse deshalb später überprüft werden.

Zum Innovationsreport geht es hier.