TIA und kleine Schlaganfälle: Sportliche Patienten erleiden weniger langfristige Behinderungen

  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Die Nachverfolgung von mehr als 3000 Patienten mit transienten ischämischen Attacken oder kleinen Schlaganfällen über einen Zeitraum von 5 Jahren hat als neue Erkenntnis erbracht, dass sportliche Aktivitäten vor dem Ereignis mit einem halbierten Risiko für bleibende Behinderungen einhergeht, 

Hintergrund

Zahlreiche Studien belegen, dass Patienten nach einer transienten ischämischen Attacke (TIA) oder einem kleinen Schlaganfall in den folgenden 5 Jahren ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben. Dies war auch Gegenstand der aktuellen internationalen prospektiven Studie, die außerdem darauf abzielte, die mit Langzeitbehinderungen verbundenen Faktoren zu bestimmen.

Design

Analyse der Daten von 3847 Individuen aus „TIAregistry.org“, einem internationalen, prospektiven Beobachtungsregister, bei dem 61 Zentren aus 21 Ländern Patienten mit TIA oder kleinen Schlaganfällen melden. Einschlusskriterien waren ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Anfangswert von 0 oder 1 auf der modifizierten Rankin-Skala (mRS). Geprüft wurde, ob existierende Komorbiditäten und erneute Schlaganfälle – unterschieden in behindernd (mRS > 1) und nichtbehindernd (mRS 0 oder 1) – nach 5 Jahren mit einem schlechten funktionalen Ergebnis (mRS > 1) assoziiert waren.

Ergebnisse

  • 3105 Patienten (80,7 %) konnten nach 5 Jahren bezüglich der mRS erneut evaluiert werden. Bis dahin hatten sich 345 neue Schlaganfälle ereignet, darunter waren 141 (40,9 %) behindernd oder tödlich
  • 710 Patienten (22,9 %) hatten nach 5 Jahren einen mRS-Wert > 1.
  • Die folgenden Faktoren waren mit einem schlechteren Outcome assoziiert:
    • höheres Alter: Chancenverhältnis OR für jede Zunahme um 10 Jahre 2,18 (95%-Konfidenzintervall 1,93 – 2,46); p < 0,0001),
    • intrakranielle Blutung im Follow-Up: OR 4,94 (95%-KI 1,91 – 12,78; p = 0,0013),
    • Herzklappenerkrankungen: OR 2,47 (95%-KI 1,70 – 3,58; p < 0,0001),
    • Periphere arterielle Verschlusskrankheit in der Vorgeschichte: OR 1,98 (95%-KI 1,28 – 3,07; p = 0,0023),
    • Schlaganfall oder TIA vor Studieneintritt: OR 1,74 (95%-KI 1,37 – 2,22; p > 0,0001),
    • Herzinsuffizienz: OR 1,73 (95%-KI 1,22 – 2,46; p = 0,0024),
    • Vorhofflimmern: OR 1,52 (95%-KI 1,04 – 1,94; p = 0,030),
    • Diabetes Typ 1 oder 2: OR 1,45 (95%-KI 1,18 – 1,78; p = 0,0001),
    • Bluthochdruck: OR 1,38 (95%-KI 1,00 – 1,92; p = 0,050),
    • Alleinlebend: OR 1,32 (95%-KI 1,10 – 1,59; p = 0,0031).
  • Regelmäßige körperliche Aktivität vor dem Indexereignis war mit einem geringeren Risiko für ein schlechtes funktionales Ergebnis assoziiert: OR 0,52 (95%-KI 0,42 – 0,66).

Klinische Bedeutung

Bei den meisten Prädiktoren bleibender Behinderungen nach TIA oder kleinen Schlaganfällen handelt es sich um modifizierbare Risikofaktoren, bestätigt diese Studie. Als „bemerkenswerte und neue Erkenntnis heben die Autoren die starke inverse Assoziation zwischen Sport vor dem Ereignis und Behinderungen danach hervor.

Finanzierung: AstraZeneca, Sanofi, Bristol Myers Squibb, SOS Attaque Cérébrale Association.