Therapie-refraktäres Sodbrennen: Op bei gesicherter Reflux-Krankheit besser als Medikation

  • New England Journal of Medicine

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bei Patienten mit PPI (Protonenpumpen-Inhibitoren) -resistentem Sodbrennen, die tatsächlich eine Reflux-Krankheit haben, ist die Fundoplicatio der medikamentösen Therapie überlegen.

Hintergrund

In Ländern der westlichen Welt leide jeder 5. Erwachsene an einer symptomatischen GERD, berichtet der Gastroenterologe Professor Joachim Labenz (Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen).  Spontanheilungen der GERD kämen zwar vor, meist verlaufe die Erkrankung allerdings chronisch. Die Erkrankung hat demzufolge eine erhebliche klinische und sozialmedizinische Relevanz. Ein bekanntes Problem sind Patienten, deren Symptome sich durch Protonenpumpen-Hemmer nicht lindern lassen, so dass sich dann die Frage der weiteren Therapie stellt, wobei konservative und operative Therapien zur Verfügung stehen. Entscheidend für die Wahl der Therapie ist auch in diesem Fall eine exakte Diagnose, was auch die vorliegende Studie US-amerikanischer Gastroenterologen bestätigt.

Design

In die randomisierte, aber nicht verblindete Studie wurden 366 Patienten mit Sodbrennen aufgenommen (280 Männer). Vor der Randomisierung wurden 288 Patienten ausgeschlossen: Bei 42 nahmen die Symptome während einer zweiwöchigen Omeprazol-Therapie ab, 70 Patienten absolvierten nicht alle Studien-Prozeduren, 54 wurden aus anderen Gründen ausgeschlossen, 23 hatten Nicht-GERD-Störungen und 99 funktionelle Beschwerden. Die diagnostische Abklärung erfolgte mit Endoskopie (und Biopsie), Ösophagus-Manometrie und Multikanal-intraluminale Impedanz-pH-Metrie. 

78 Patienten wurden per Zufallsauswahl auf drei Gruppen verteilt:

Gruppe A: Fundoplicatio (n = 27)

Gruppe B (n = 25): Omeprazol (2x20 mg/täglich) plus Baclofen (bis 3x20 mg und bei Symptomen Desipramin (steigernd bis zu 100 mg)

Gruppe C (n = 26): Omeprazol plus Placebo.

Studienendpunkt war der  Anteil der erfolgreich therapierten Patienten nach einem Jahr. Therapie-Erfolg war definiert als mindestens 50-prozentige Abnahme beim GERD-Lebensqualitäts-Score (Gastroesophageal Reflux Disease–Health Related Quality of Life score, 0 bis 50, je höher, desto schlechter). 

Hauptergebnisse

Die Erfolgsraten betrugen in der Gruppe 

A (Operation): 67 Prozent (18/27); bei den 14 Patienten mit Reflux-Hypersensitivität war die Operation in 71 Prozent der Fälle erfolgreich, bei den 13 Patienten mit abnormem Reflux betrug dieser Anteil 62 Prozent.

B (aktive Medikation): 28 Prozent (7/25)

C (Kontroll-Medikation): 12 Prozent (3/26).

 

Klinische Bedeutung

Die Studie unterstreicht, wie wichtig eine systematische Abklärung bei Patienten mit so genanntem PPI-refraktärem Sodbrennen ist. Nur bei einer Minderheit der 366 Patienten mit refraktären Beschwerden habe eine Reflux-Krankheit gesichert werden können, betonen die Autoren. Und nur bei diesen Patienten habe sich die Operation als überlegene Therapie gezeigt; zu beachten sei allerdings, dass in dieser Studie immerhin ein Drittel der Patienten nicht von der Operation profitiert habe. Insgesamt sprächen die Ergebnisse für eine sorgfältige diagnostische Abklärung, betont auch der australische Gastroenterologe Dr. Nicholas J. Talley in einem begleitenden Kommentar.

Finanzierung: Department of Veterans Affairs Cooperative Studies Program