Therapie bei subakutem Husten: etwas Geduld kann genügen


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Wissenschaftliche Belege für den klinischen Nutzen von mehreren Therapien gegen subakuten Husten sind rar. Für keine der hier berücksichtigen Therapien gibt es Belege dafür, dass sie den Patienten deutlich helfen. Auf eine Medikation kann verzichtet werden, da die Symptome auch ohne Behandlung verschwinden.

Hintergrund

Subakuter Husten hält in der Regel 3 bis 8 Wochen an und heilt meist von selbst. Viele Patienten fühlen sich allerdings durch die Symptome beeinträchtigt und erwarten daher oft eine therapeutische Maßnahme. Zur Auswahl stehen mehrere Therapien; es gibt allerdings keine systematische Auswertung von Studien zu diesen Therapien.

Design

Auswertung und Metaanalyse von sechs randomisierten und kontrollierten Studien (überwiegend Placebo-kontrolliert) mit insgesamt 724 Patienten. Geprüft wurden in diesen Studien Montelukast, Salbutamol plus Ipratropiumbromid, Gelatine, Fluticasonpropionat, Budesonid, ein Opioid-1-Rezeptoragonist und Codein. Therapien mit chinesischer oder asiatischer Kräutermedizin wurden von der Untersuchung ausgeschlossen.

Hauptergebnisse

Die Qualität der Berichterstattung in den sechs Studien war unzureichend. Keine Studie liefert nach Angaben der Autoren der Metaanalyse Belege dafür, dass die geprüfte Behandlung die Heilung des Hustens deutlich unterstützte. In keiner Studie wurde außerdem ein klarer Nutzen bei anderen patienten-relevanten Endpunkten festgestellt. Keine Studie lieferte Resultate zur allgemeinen Lebensqualität (über die mit dem Husten assoziierte Lebensqualität hinausgehend), zu Klinikaufnahmen und zur Mortalität. Zwei der sechs Studien deuten zumindest auf einen Vorteil von Husten-Medikamenten gegenüber Placebo hin. Die Nebenwirkungen (etwa Kopfschmerzen, Übelkeit oder Halsschmerzen) waren meist mild und selten. Bei allen Patienten verschwanden die Symptome mit und ohne Behandlung.

Klinische Bedeutung

Husten ist einer der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Außer einer allgemeinen Einschränkung der Lebensqualität geht mit dem Husten oft auch die Angst einher, an einer schweren Krankheit wie etwa Krebs zu leiden. Häufig verlangen die Patienten auch eine Behandlung mit Antibiotika. Die Ergebnisse der Metaanalyse sprechen hauptsächlich dafür, die Patienten über den Krankheitsverlauf aufzuklären, sie zu beruhigen und davon zu überzeugen, dass sie auch ohne Therapie gesund werden. Das ist die Theorie. In der Realität ist dies bekanntlich nicht ganz so einfach. 

Finanzierung: Der Erstautor der Studie erhielt Forschungsförderung von der Universität Basel.