Therapeutische HPV-Impfung bekämpft erfolgreich Vorstuden des Zervixkarzinoms

  • Harper DM & al.
  • Gynecol Oncol
  • 02.04.2019

  • von Deepa Koli
  • Studien – kurz & knapp
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Kernaussage

  • Bei Frauen mit zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2/3 (CIN 2/3), mit einfachen oder mehrfachen Hochrisiko-HPV-Infektionen sind führte die therapeutische Vakzine Tipapkinogen Sovacivec (TS) gegenüber einem Placebo häufiger zu vollständiger Rückbildung von Läsionen. Dies war unabhängig vom HPV-Subtyp.

  • Die Vakzine reduziert die Viruslast und bot über den Beobachtungszeitraum von 2,5 Jahren Schutz vor weiteren Läsionen.

 

Hintergrund

Zwar existiert seit einigen Jahren eine Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren (HPV). Trotzdem erkranken Frauen auch heute noch an Gebärmutterhalskrebs sowie an Vorstufen des Zervixkarzinoms. Derzeit besteht die einzige Behandlungsmöglichkeit von CIN 2/3 in der chirurgischen Entfernung. Ein solcher Eingriff schützt jedoch nicht vor erneutem Auftreten von CIN. Für betroffene Frauen könnte eine Immuntherapie sinnvoll sein, die nicht nur dazu führt, dass sich sie Läsionen zurückbilden, sondern die auch die Viruslast niedrig hält und so einen langfristigen Schutz bietet.

 

Studiendesign

  • Randomisierte, doppelblind, Placebo-kontrollierte klinische Studie der Phase 2b.

  • 129 Frauen (Alter ≥18 Jahre) mit bestätigtem CIN2/3, die mit einfacher oder mehrfacher Hochrisiko-HPV-Infektion assoziiert waren, wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der Placebogruppe zugeordnet oder erhielten eine TS-Vakzine.

  • Eingeschlossen waren Infektionen mit 13 Hochrisiko-HPV-Typen.

  • Frauen, die bereits eine prophylaktische HPV-Impfung erhalten hatten, waren ausgeschlossen.

  • Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich über 30 Monate.

     

Hauptergebnisse

  • Sechs Monate nach Verabreichen ließ sich in der Vakzine-Gruppe häufiger eine vollständige Rückbildung der CIN verzeichnen als in der Placebo-Gruppe. Dies war unabhängig vom Hochrisiko-Virustyp:

    • Bei CIN 2/3 betrug die vollständige Rückbildung in der Vakzine-Gruppe 24% gegenüber 10% in der Placebo-Gruppe; P<.05>

    • Bei Patientinnen mit CIN 3 waren es in der Vakzine-Gruppe 21% in der Plecebo-Gruppe 0%; P<.01>

  • Nach 2,5 Jahren war der Rückgang der viralen DNA bei allen CIN2/3-Fällen in der Vakzine-Gruppe signifikant stärker als in der Placebo-Gruppe (P<.01>

  • Die Vakzine wurde gut toleriert. Die häufigste Nebenwirkung waren Reaktionen an der Einstichstelle, die bei fast allen Probanden beobachtet wurden. Bei 29% der Betroffenen handelte es sich dabei um starke Reaktionen. Demgegenüber zeigten 39% der Probanden in der Placebo-Gruppe an der Einstichstelle Reaktionen unterschiedlicher Schweregrade.

 

Klinische Bedeutung

Immuntherapeutische HPV-Vakzinen eröffnen eine mögliche neue Option für die nicht-chirurgische Behandlung von HPV-assoziierten Vorstufen des Zervixkarzinoms. Dieses Vorgehen lässt sich in Zukunft möglicherweise auch auf andere HPV-assoziierte Krebsvorstufen ausweiten.

 

Limit ierung

Kleine Probandengruppe – Studie underpowered für eine spezifische Wirksamkeit.

 

 

Finanzierung

F Hoffmann-La Roche LTD.