Tenofovir-Diphosphat in getrockneten Blutstropfen sagt Virämie bei HIV-Patienten voraus


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Kernbotschaften

  • Tenofovir-Diphosphat (TFV-DP) in getrockneten Blutstropfen ist bei HIV-Patienten, die Tenofovir Disoproxilfumarat (TDF) erhalten, ein Zeichen für eine künftige Virämie mit >20 Kopien/ml.
  • Das Ergebnis ist für Studienteilnehmer belegt, die zum Zeitpunkt der Untersuchung virologisch supprimiert waren.
  • Die Studie zeigt eine mögliche Anwendung dieses Adhärenz-Biomarkers komplementär zur Viruslast (VL), um so die Effektivität der ART in der klinischen Behandlung zu kontrollieren.  

Der im trockenen Blutstropfen (DBS) bestimmte phosphorylierte Tenofovir-Anabolit TFV-DP wurde zuvor mit einer Virussuppression bei HIV-Positiven assoziiert, die Tenofovir Disoproxilfumarat (TDF) und Tenofovir-Alafenamid einnahmen. Die Studie erweitert den möglichen klinischen Nutzen und hebt den Informationsgewinn hervor, den eine objektive Messung der Adhärenz zusätzlich zur Bestimmung der Viruslast liefern könnte. 

In die Studie wurden HIV-positive Patienten aufgenommen, die TDF einnahmen und am Universitätskrankenhaus von Colorado (Aurora) von Juni 2014 bis Juli 2017 zu einer Gruppe von Patienten mit Infektionskrankheiten gehörten.

Blut für die Bestimmung der Plasma-Viruslast und für TFV-DP in getrockneten Blutstropfen wurde prospektiv gesammelt (bis zu drei Kontakte innerhalb von 48 Wochen). Primärer Endpunkt war die Viruslast (HIV VL). Als nicht nachweisbare Viruslast galten weniger als 20 Kopien/ml. TFD-DP-Grenzwerte wurden mithilfe logistischer Vorhersage-Modelle ausgewählt.

Die geschätzte adjustierte Odds Ratio (aOR) für eine künftige Virämie ((≥20 Kopien/ml) wurde der höchsten TFV-DP-Kategorie gegenübergestellt. Insgesamt wurden 807 Teilnehmer aufgenommen, von denen 451 in die Analyse eingeschlossen wurden. Die aOR für eine künftige Virämie betrug bei Teilnehmern mit TFV-DP unterhalb der Messgrenze von unter 800 und von 800 bis unter 1,650 fmol/punch 4,7 (95% CI 2,6-8,7; P

Die Ergebnisse wurden bei 351 Teilnehmern, die zum Zeitpunkt der Untersuchung virologisch supprimiert waren, bestätigt: die aOR (95% CI) für TFV-DP

Es ist weitere Forschung nötig, um zu ermitteln, ob TFV-DP in trockenen Blutstropfen den klinischen Verlauf  von Patienten mit ART verbessern kann. 

Limitierungen: Es handelte sich um eine Beobachtungsstudie, wobei nicht alle aufgenommenen Patienten bei der Analyse berücksichtigt wurden; der Vorhersagewert für TFV-DP beim Tenofovir-Alafenamid-Regime wurde nicht untersucht; manche Teilnehmer kamen nicht zur 2. oder 3. Untersuchung nach der Aufnahme; das Zeitintervall zwischen DBS und Blutentnahme für die Bestimmung der VL variierte.