TDF-XTC-Backbones korrelieren nicht mit dem Risiko für negative Schwangerschafts-Ergebnisse


  • Daniela Ovadia — Agenzia Zoe
  • Medical News
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Kernbotschaften

  • NRTI-Backbones gehen nicht mit einem Risiko für Frühgeburten einher.
  • Das SGA-Risiko (small-for-gestational-age) ist bei TDF-XTC oder ABC-3TC geringer als bei ZDV-3TC.
  • Die Ergebnisse sprechen dafür, dass eine in der Schwangerschaft begonnene Behandlung mit TDF-XTC-Backbones hinsichtlich Gestationsdauer und Geburtsgewicht sicher ist.

Die Studien-Autoren konzentrierten sich auf Frauen, die eine ART (drei/vier Wirkstoffe einschließlich mindestens zwei NRTI) während der Schwangerschaft begonnen hatten, eine Therapie, die die Mutter-Kind-Übertragung des HI-Virus verhindert.

Teilgenommen an der Studie haben HIV-positive Frauen aus wohlhabenden Regionen und solchen mit mittlerem Einkommen in West- und Osteuropa, mit einer Einlingsschwangerschaft, die zwischen 2008 und 2014 zu einer Lebensgeburt geführt hat und bei denen ein ART-Kombinations-Regime wenigstens zwei Wochen vor der Entbindung begonnen wurde.

Bei ingesamt 7193 Schwangerschaften handelte es sich in 45% (3207) der Fälle um Schwangerschaften von Frauen im Vereinigten Königreich und in Irland, in 44% (3134) der Fälle um Frauen in der Ukraine und in sieben Prozent (469) um Frauen in Russland, zudem um eine geringere Zahl in Belgien, Rumänien, Spanien und der Schweiz. Das ART-Regime enthielt ZDV (Zidovudin)–3TC (Lamivudin) in 71% (n= 5122) der Schwangerschaften,TDF-XTC (Tenofovir) in 16% (n= 1122) und ABC (Abacavir)–3TC in 10% (n= 711). ZDV-3TC wurde mit der Zeit weniger eingesetzt, die Therapie mit TDF-Backbones nahm zu.

Die Prävalenz-Verhältnisse wurde a priori um mögliche Störfaktoren bereinigt. Spezifisch für das PTD-Modell: Kalenderjahr und Land der Entbindung, Gebärfähigkeit, eine positive Anamnese der Mutter für den Gebrauch zu injizierender Drogen, CD4+Zellzahl, Alter der Mutter, ein dritter Wirkstoff im ART-Regime. Im SGA-Modell wurden Variablen des PTD-Modells aufgenommen und um das Geschlecht des Kindes und die ART-Dauer erweitert. 

Im Haupt-adjustierten Modell (N =6123) gab es keinen Zusammenhang zwischen NRTI-Backbone und Frühgeburt bei ABC-3TC.

In einer unterschiedlich adjustierten Analyse (N =5780) war die SGA-Wahrscheinlichkeit bei Kindern, die intrauterin ABC-3TC oder TDF-XTC ausgesetzt waren, geringer als bei Kindern mit intrauteriner ZDV-3TC-Exposition.

Limitierungen der Studie: Frauen mit einem Risiko für Frühgeburten haben weniger Gelegenheit, in den späteren Wochen eine ART zu beginnen; die ART-Dauer wurde in der PTD-Analyse daher nicht untersucht. Die Autoren verfügten über keine Informationen zu wichtigen Störfaktoren wie Rauchen, früheren Schwangerschafts-Komplikationen, Infektionen. Die ART-Leitlinien können von Land zu Land unterschiedlich sein.