Systemischer Lupus erythematodes: Interferon-Inhibitor Anifrolumab klinisch gut wirksam

  • New Engl J Med

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Für Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Systemischen Lupus erythematodes (SLE), die auf Glukortikoide, Antimalariamittel und Immunsuppressiva wie Azathioprin oder Mycophenolat Mofetil nicht ausreichend ansprechen, könnte der monoklonale Antikörper Anifrolumab eine Option werden. Unter  monatlicher Applikation zusätzlich zur Basismedikation verringerten sich in einer großen Phase-3-Studie die Symptome klinisch relevant im Vergleich mit Placebo.

Hintergrund
Für Patienten mit mittelschwerem bis schwerem SLE, bei denen sich die Krankheitsaktivität nicht durch konventionelle Medikation mit Glukortikoiden, Antimalariamitteln und Immunsuppressiva verringern lässt, gibt es derzeit kaum zusätzliche therapeutische Optionen. Frühere Studien hatten darauf hingewiesen, dass eine Hemmung des Typ-1-Interferon-Signalwegs ein effektives neuartiges Therapieprinzip sein könnte. Der Antikörper Anifrolumab, der eine Typ-1-Interferon-Rezeptor-Untereinheit antagonisiert, wird deshalb klinisch  geprüft.

Design

  • Phase-3-Studie mit Randomisierung von 362 intensiv vorbehandelten SLE-Patienten mit mittelschwererer bis schwerer Krankheitsaktivität in eine Gruppe, die alle 4 Wochen Anifrolumab i.v. (300 mg) erhielt oder Placebo.
  • Basismedikation: zusätzlich mit Glukokortikoiden möglich
  • Dauer der Studientherapie: 48 Wochen
  • Primärer Endpunkt: Verbesserung im BICLA-Score durch Reduktion der Entzündungs- und Krankheitsaktivitätsparameter und keine Verschlechterung der Symptome in neun Organsystemen zu Woche 52.

Hauptergebnisse
180 Patienten erhielten Anifrolumab und 182 Placebo. 47,8 % der Patienten in der Verumgruppe erfüllten die Kriterien für den primären Endpunkt und 31,5 % in der Placebogruppe (p = 0,001). Die Dosis an Glukokortikoiden ließ sich in der Verumgruppe häufiger reduzieren als unter Placebo; zudem ging die Ausprägung der Symptome an der Haut und an den Gelenken unter der Antikörpertherapie stärker zurück als unter Placebo. Herpes zoster und Bronchitis waren allerdings in der Antikörpergruppe etwas häufiger.

Klinische Bedeutung
Für die Hemmung des Typ-1-Interferon-Signalwegs durch den monoklonalen Antikörper Anifrolumab ist bei SLE-Patienten in einer großen Phase-3-Studie die Wirksamkeit belegt worden. Dies gilt als Beleg für ein neuartiges Therapieprinzip und die Studie als zulassungsrelevant.

Finanzierung: Astra Zeneca