Synkopen: Genvariante erhöht das Ohnmachtsrisiko

  • Cardiovascular Research

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Dänische Forscher haben herausgefunden, dass vererbbare Genvarianten Synkopen begünstigen können. Menschen mit zwei oder mehr Genvarianten auf Chromosom 2 haben ein 30 % höheres Ohnmachtsrisiko als Menschen, die keine Träger der Varianten sind. Die Assoziation konnten in zwei unabhängigen Kohorten repliziert werden. Dies ist die erste genomweite Assoziationsstudie, die einen Gen-Locus mit Synkopen und Kollaps assoziiert.

Hintergrund

Gesundheitsexperten zufolge erlebt etwa jeder Dritte im Laufe seines Lebens eine Ohnmacht (Synkope). Eine plötzliche Bewusstlosigkeit kann ein einmaliges Ereignis sein, aber auch immer wieder passieren und auf eine lebensgefährliche Krankheit hinweisen.

Ziel der Untersuchung der Universität Kopenhagen, des Statens Serum Instituts und des Krankenhauses Rigshospitalet war es, herauszufinden, ob häufig vorkommende genetische Varianten Menschen für Synkopen und Kollaps prädisponieren.

Daten aus der britischen Biobank-Studie

Verwendetet wurden genomweite Assoziationsdaten zur Synkope von 408961 Personen mit europäischer Abstammung aus der britischen Biobank-Studie. Es zeigte sich, dass ein genomweit signifikanten Locus auf Chromosom 2q32.1 mit einem genetischen Polymorphismus und der Häufigkeit von Ohnmachtsanfällen assoziiert ist.

Daten der iPSYCH-Kohorte

In einer Replikationsstudie wurden Daten der Kohorte des Integrativen Psychiatrischen Forschungskonsortiums (iPSYCH) (n = 86189) genutzt. Die Assoziation aus der Biobank-Studie wurde auch in der iPSYCH-Kohorte gezeigt.

Der genetische Polymorphismus konnte auf die Genregion rund um ein Zinkfingerproteins (ZNF804A), welches am häufigsten im Gehirngewebe exprimiert wird, eingegrenzt werden.

Die Forscher glauben, dass das von ihnen identifizierte Gen für die vasovagalen Synkopen, also durch einen Mangel an Blut und Sauerstoff im Gehirn verursachte Synkopen, prädisponiert ist.

Finanzierung: John and Birthe Meyer Foundation / Research Foundation of the Heart Centre, Rigshospitalet / Research Council at Rigshospitalet / The Hallas-Møller Emerging Investigator Novo Nordisk / Arvid Nilsson Foundation / Lundbeck Foundation Initiative for Integrative Psychiatric Research / Novo Nordisk Foundation