Suizid: Laut WHO sind einkommensstarke Länder am häufigsten betroffen

  • World Health Organization

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt, dass es mittlerweile 38 Länder mit nationalen Suizidpräventionsstrategien gibt. Dennoch würden insbesondere in Ländern mit hohem Einkommen 11,5 Selbstmordtote pro 100 000 Einwohner verzeichnet werden. Somit ist Suizid mittlerweile die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen in einkommensstarken Ländern. Gemeinsam mit der World Federation for Mental Health (WFMH) ruft die WHO zum Handeln auf.

Hintergrund

Im Vorfeld des Welt-Suizidpräventionstages am 10. September veröffentlichte die WHO aktuelle und globale Selbstmordzahlen und stellt Präventionsstrategien vor. In einigen Ländern sind demnach Fortschritte bei der Selbstmordprävention zu verzeichnen. Trotzdem sei die Gesamtzahl der Länder mit Präventionsstrategien mit nur 38 immer noch viel zu gering, und die Regierungen müssten sich verpflichten, Selbstmordpräventionsstrategien einzuführen.

Menschen aus einkommensstarken Ländern am häufigsten betroffen

Die weltweite altersstandardisierte Suizidrate für 2016 betrug 10,5 pro 100 000 Einwohner. Die Raten schwankten jedoch zwischen den Ländern und reichten von 5 Selbstmordtoten pro 100 000 Einwohner bis hin zu mehr als 30 pro 100 000 Einwohner. In Ländern mit hohem Einkommen liegt die Selbstmordrate mittlerweile bei 11,5 pro 100 000 Einwohner. Im Gegensatz zu Ländern mit niedrigem Einkommen, sterben in Ländern mit hohem Einkommen fast dreimal so viele Männer wie Frauen durch Suizid.

Laut der von der WHO veröffentlichten Daten, waren Selbstmorde in einkommensstarken Ländern - nach Verkehrsunfällen - die zweithäufigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren. Unter den Teenagern - im Alter von 15 bis 19 Jahren - war Selbstmord die zweithäufigste Todesursache bei Mädchen und die dritthäufigste Todesursache bei Jungen.

Risikominimierung durch Präventionsstrategien

Die häufigsten Selbstmordmethoden sind (i) Erhängen, (ii) Selbstvergiftung mit Pestiziden und (iii) die Nutzung von Schusswaffen. Wichtige Maßnahmen, die sich bei der Reduzierung von Selbstmorden als erfolgreich erwiesen haben, schließen neben der medialen Aufklärung und Krisenpräventionen auch die Beschränkung potenzieller Suizidmittel ein.

So kann beispielsweise der Umgang mit Pestiziden reguliert werden, um Selbstvergiftungen zu unterbinden. In der nun von der WHO veröffentlichten Broschüre „Preventing suicide: a resource for pesticide registrars and regulators“ wird deutlich gemacht, wie Vorschriften zum Verbot des Einsatzes hochgefährlicher Pestizide zu einer Senkung der nationalen Selbstmordraten führen können.

Laut der WHO ist die rechtzeitige Registrierung und regelmäßige Überwachung von Suiziden auf nationaler Ebene die Grundlage für wirksame Strategien zur Suizidprävention.