Suchtmittelmissbrauchsstörungen im späteren Leben

  • New England Journal of Medicine

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Suchtmittelmissbrauchsstörungen wurden zum nationalen Gesundheitsproblem erklärt.1 Obwohl die Raten für den Gebrauch von Substanzen bei älteren Erwachsenen generell niedriger sind als bei jüngeren Menschen, konzentriert sich dieser Review auf ältere Erwachsene.2 Mit zunehmendem Alter auftretende physiologische Veränderungen des Leberstoffwechsels wirken sich auf die Pharmakokinetik von Alkohol und anderen Substanzen aus, was zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber schädlichen Wirkungen führt. Die Wahrscheinlichkeit, an mehreren chronischen Erkrankungen zu leiden und rezeptpflichtige Medikamente einzunehmen, die zu Wechselwirkungen mit Alkohol und anderen Substanzen führen können, ist bei älteren Erwachsenen höher als bei jüngeren Menschen. Daher besteht für ältere Erwachsene ein erhöhtes Risiko für negative Folgen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erkennung von Suchtmittelmissbrauchsstörungen besonders schwierig sein kann, wenn mehrere Erkrankungen gleichzeitig vorliegen. Gängige Sozialindikatoren einer Funktionsstörung, wie Schwierigkeiten bei der Arbeit, Fehlverhalten im Fahrverkehr oder Gesetzesverstöße, sind für Rentner, Personen, die nicht mehr Auto fahren, oder Personen, die Substanzen zuhause und nicht in der Öffentlichkeit konsumieren, ggf. irrelevant. Nicht erkannte Suchtmittelmissbrauchsstörungen können jedoch älteren Erwachsenen beträchtliche Schäden in Form eines erhöhten Risikos für Stürze, Verwirrtheit, kognitive Beeinträchtigung und medizinische Morbidität verursachen, was zu mehr Krankenhausaufenthalten und Gesundheitskosten führen kann, sowie in Form des Verlusts der Unabhängigkeit.

Groß angelegte epidemiologische Studien, die im Verlauf der letzten 25 Jahre durchgeführt wurden, liefern wichtige Informationen über die Raten zum Gebrauch von Substanzen, aber es fehlen Längsschnittstudien, die Daten zu sich verändernden Konsummustern bereitstellen würden. Außerdem haben die Studien unterschiedliche Definitionen von hohem Alter, die von „45 Jahre oder älter“ bis zu „65 Jahre oder älter“ reichen. Das machte es schwer, Unterschiede zwischen Erwachsenen mittleren und höheren Alters festzustellen. In diesem Artikel wird auf die aktuellen Trends und Forschungen im Zusammenhang mit der Prävalenz, der Erkennung und dem Management von Störungen durch Alkoholmissbrauch, Missbrauch rezeptpflichtiger Medikamente und Suchtmittelmissbrauch bei älteren Erwachsenen eingegangen.