Studie spricht für Upadacitinib als eine mögliche Option bei Methotrexat-resistentem Rheuma

  • Lancet

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Wenn Methotrexat nicht mehr ausreichend wirkt, kann eine vollständige Umstellung auf Upadacitinib die Beschwerden von Patienten mit rheumatoider Arthritis deutlich besser lindern als eine Fortsetzung der Methotrexat-Behandlung.

Hintergrund

Upadacitinib ist ein selektiver Inhibitor der Janus-Kinase 1, zu dessen Wirksamkeit im Vorjahr Ergebnisse der SELECT-NEXT-Studie vorgelegt wurden. Bei Patienten mit moderater bis schwerer rheumatoider Arthritis und inadäquatem Ansprechen auf die konventionellen Antirheumatika Methotrexat, Sulfasalazin und Leflunomid hatte die zusätzliche Gabe von Upadacitinib zu signifikanten Verbesserungen geführt. Nun stellte sich die Frage, ob in diesem Patientenkreis eine vollständige Umstellung auf Upadacitinib gegenüber der fortgesetzten Einnahme von Methotrexat überlegen ist.

Design

In die doppel-blinde, Placebo-kontrollierte Studie SELECT-MONOTHERAPY wurden in 24 Ländern 648 Patienten rekrutiert, die trotz der Einnahme von Methotrexat unter aktiver rheumatoider Arthritis litten. Sie wurden zunächst randomisiert auf die fortgesetzte Gabe von Methotrexat oder auf die Umstellung zu Upadacitinib. Ab Woche 14 wurden dann die Methotrexat-Empfänger ebenfalls auf Upadacitinib (15 bzw. 30 mg / Tag) umgestellt. Primärer Endpunkt für diesen Bericht war der Anteil der Patienten, die eine mindestens 20-prozentige Verbesserung gemäß den Kriterien des American College of Rheumatology erreichten (ACR20), sowie der Anteil derjenigen mit niedriger Krankheitsaktivität (definiert via 28-Joint Disease Activity Score für C-reaktives Protein, DAS28[CRP]).

Ergebnisse

  • Noch 14 Wochen hatten in der Methotrexat-Gruppe 41 % der Patienten ACR20 erreicht, unter Upadacitinib waren es mit 15 mg/Tag 68 % und mit 30 mg/Tag 71 % (p = 0,0001).
  • Ein DAS[CRP] von höchstens 3,2 erreichten unter fortgesetztem Methotrexat 19 % der Patienten, dagegen 45 % unter 15 mg Upadacitinib und 53 % mit 30 mg Upadacitinib (p = 0,0001).
  • Über Nebenwirkungen berichteten in den 3 Gruppen 47 %, 47 % und 49 %.

Klinische Bedeutung

In einer Population von Rheuma-Patienten, die nicht mehr ausreichend auf Methotrexat ansprach, ergab die Umstellung auf Upadacitinib gegenüber der Fortsetzung der Therapie für einen hohen Anteil der Patienten bessere klinische und funktionelle Ergebnisse. Der Wirkstoff dürfte damit der Zulassung auch für diese Indikation einen Schritt nähergekommen sein.

Finanzierung: AbbVie Inc.