Studie: Kein Zusammenhang zwischen Rotaviren-Impfung und Typ-1-Diabetes bei Kindern

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  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Eine Impfung gegen Rotaviren im Säuglingsalter scheint das Risiko, dass das Kind an Typ-1-Diabetes erkrankt, weder zu erhöhen noch zu senken. Zu diesem Schluss kommen US-amerikanische Forscher, deren Ergebnisse jüngst in JAMA Pediatrics veröffentlicht wurden.

Australische Studie belegte Schutz-Hypothese

Eine Infektion mit Rotaviren begünstigt sehr wahrscheinlich die Entwicklung von Typ-1-Diabetes im Kindesalter, wie tierexperimentelle Studien an Mäusen vermuten ließen. Und zwar, indem eine Infektion die Apoptose von Zellen der Bauchspeicheldrüse triggert. Forscher nahmen daher an, dass im Umkehrschluss die Rotaviren-Schluckimpfung einen gewissen Schutz vor Typ-1-Diabetes bieten könnte. Mehrere Studien, allen voran eine Untersuchung australischer Epidemiologen im Januar 2019, belegten diese Hypothese.

Jason Glanz vom Kaiser Permanente Colorado in Aurora und Kollegen untersuchten jetzt in einer retrospektiven Kohortenstudie mit 386.937 Kindern den möglichen Zusammenhang zwischen der Rotavirus-Impfung und der Inzidenz von Typ-1-Diabetes bei Kindern im Alter von 8 Monaten bis 11 Jahren. Die Kinder wurden je nach Impfstatus in drei Gruppen eingeteilt: 93,1% erhielten die gesamte Rotavirus-Impfserie, 4,1% wurden nur unvollständig, 2,8% überhaupt nicht gegen Rotaviren geimpft. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 5,4 Jahre.

Kein Zusammenhang zwischen Rotavirus-Impfung und Typ1-Diabetes

Die Forscher identifizierten in der Studienkohorte 464 Fälle von Typ-1-Diabetes. Dies ergibt eine Inzidenz von 20,6 pro 100.000 Kinder pro Personenjahr. Anders als in früheren Studien konnten die Wissenschaftler jedoch keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Rotavirus-Impfung und dem Diabetes-Typ1-Risiko feststellen. Im Vergleich zu Kindern, die nicht der Rotavirus-Impfung ausgesetzt waren, betrug die Hazard Ratio in der Gruppe der vollständig geimpften Kinder für die Entwicklung von Typ-1-Diabetes 1,03 (95% CI, 0,62-1,72) und 1,50 (95% CI, 0,81-2,77) für Kinder, die teilweise der Rotavirus-Impfung ausgesetzt waren.

Studie weist Schwächen auf

Die Forscher räumen jedoch ein, dass die Studie einige Schwächen aufweist. So reicht die Nachbeobachtung der Kinder nicht bis ins Alter von 14 Jahren, der Zeitpunkt, zu dem sich Typ-1-Diabetes am häufigsten manifestiert. Darüber hinaus sei die Gruppe der nicht geimpften Kinder mit 3 Prozent sehr gering. Noch dazu könnte ein Teil der „nicht geimpften“ Kohorte außerhalb der Abteilung für Impfstoffsicherheit geimpft worden sein.

Das Fazit der Wissenschaftler: „Obwohl die Impfung gegen Rotaviren möglicherweise nicht das Risiko an Typ-1-Diabetes zu erkranken verringert, sollen die Studienergebninse der Öffentlichkeit zusätzliche Sicherheit geben, dass die Impfung bei Säuglingen sicher ist“.

Finanzierung: Centers for Disease Control and Prevention