Studie: Grüne sehen deutliche Leistungsdefizite bei PKV

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Berlin (pag) – Laut einer Studie im Auftrag der Grünen im Bundestag zum Vergleich von gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) erfüllen viele Privatversicherer selbst in ihren teuren Premiumtarifen nicht die Mindestkriterien. Dagegen gebe es Leistungsvorteile der GKV. Der Verband der Privaten Krankenversicherung macht Studienmängel aus.

Das Beratungsunternehmen PremiumCircle Deutschland nimmt 100 Mindestkriterien diverser Bereiche unter die Lupe, die zum Leistungskatalog der GKV zählen – darunter ärztliche Leistungen, Heilmittel wie Physiotherapie und Anschlussbehandlungen wie Kuren – sowie drei weitere Leistungen aus dem Bereich Zahnersatz und Sehhilfen.

Während die gesetzlichen Kassen im Schnitt 100 von 103 dieser Mindestanforderungen erfüllten, schnitten die privaten Krankenversicherungen deutlich schlechter ab: Sie erreichten nur durchschnittlich 72 Prozent der Kriterien – rund 27 Prozent werden im Schnitt nicht oder nicht vollständig erfüllt. Deutliche Schwächen hätten viele PKV-Tarife in den Bereichen Rehabilitation und Kuren – rund die Hälfte erfüllten die Mindestanforderungen nicht. Weitere Defizite stellen die Autoren bei der Psychotherapie, Familienplanung, bei Krankentransporten und Präventionsleistungen fest.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt fordert daher die Abschaffung der PKV und die Einführung der Bürgerversicherung. Die Studienautoren räumen jedoch ein, dass es zwischen den privaten Versicherern eine „große Spannbreite“ bei den Leistungen gebe. 

Der Verband der privaten Krankenversicherung kritisiert, die Studie ließe klare Leistungsvorteile der PKV außen vor wie die volle ärztliche Therapiefreiheit ohne Budgets oder den schnelleren Zugang zu medizinischen Innovationen. Laut der Chefin des GKV-Spitzenverbands, Dr. Doris Pfeiffer, gebe es „gute Gründe sich für die gesetzliche Krankenversicherung zu entscheiden“, das habe die Studie noch einmal aufgezeigt. Die gesetzlichen Kassen verzeichneten mit mehr als 73 Millionen Versicherten einen neuen Versichertenrekord.