Studie: Gesundheitskompetenz sinkt

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Freiburg (pag) – Die Gesundheitskompetenz in Deutschland hat sich in den letzten sechs Jahren verschlechtert, konstatiert Prof. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld. Sie präsentiert das Ergebnis der zweiten internationalen Health Literacy Studie auf dem Cochrane Deutschland Symposium.

Knapp 59 Prozent der Befragten sehen sich im Umgang mit Gesundheitsinformationen vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt, nur 15 Prozent wird eine exzellente Gesundheitskompetenz attestiert. Knackpunkt ist vor allem die Beurteilung solcher Informationen, zwei Drittel der Teilnehmer haben damit Probleme. Am schwierigsten schätzen die Teilnehmer, wie auch schon in der ersten Befragung 2014, die Bewertung von Informationen zum Thema Gesundheitsförderung ein. „Ich finde das insofern bemerkenswert, weil wir in der Zwischenzeit das Präventionsgesetz hatten und ich hätte erwartet, dass sich hier eine positive Entwicklung vollzieht“, sagt Schaeffer.

Noch schlechter sieht es bei der digitalen Gesundheitskompetenz aus, bei 76 Prozent ist diese problematisch oder inadäquat. Die Ergebnisse bestätigen laut Schaeffer, „dass wir in Deutschland das Schlusslicht bei der Digitalisierung bilden im europäischen und internationalen Vergleich“. Es gebe noch „Aufholbedarf“. Besonders schwer fällt den Befragten die Einschätzung, ob digitale Informationen vertrauenswürdig oder kommerziell sind (83 beziehungsweise 82 Prozent) und ob sie auf einen selbst zutreffen (56 Prozent).

Die navigationale Gesundheitskompetenz, also die Fähigkeit, sich im Gesundheitssystem zu orientieren, ist bei 83 Prozent der Befragten gering – unabhängig vom Alter. Das sei bemerkenswert, findet Schaeffer. Schwierigkeiten haben die Befragten mit Struktur und Funktionsweise des Gesundheitssystems sowie der Beurteilung der Qualität von Gesundheitseinrichtungen. Schaeffer zieht Bilanz: „Wir sind ziemlich weit entfernt von einem nutzerfreundlichen Gesundheitssystem.“

 

Die Studie kann hier eingesehen werden.