Studie bestätigt: Hautkrebsrisiko durch Sonnenbrände besonders im Kindesalter

  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Eine hohe Belastung der Haut durch Sonnenbrände resultierte in einer norwegischen bevölkerungsbasierten Kohortenstudie bei Frauen in einem annähernd 50 % höheren Hautkrebsrisiko noch vor dem 40. Lebensjahr. Auch wenn nach anfänglich hoher Exposition die Belastung reduziert wurde, blieb das erhöhte Risiko unvermindert bestehen.

Hintergrund

Der Zusammenhang zwischen übermäßigen Expositionen gegenüber UV-Strahlung bzw. Sonnenlicht und der Entstehung von Hautkrebs ist gut dokumentiert. Allerdings gibt es bisher nach Wissen der Autoren keine Studien, in denen prospektiv die Muster untersucht wurden, nach denen Menschen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter Sonnenbrände erlitten haben, und in denen die Assoziation dieser Muster mit dem Hautkrebsrisiko untersucht wurde.

Design

Bevölkerungsbasierte Kohortenstudie mit 169768 Frauen zwischen 31 und 70 Jahren, die in Norwegen ab 1991 Fragebögen bezüglich erlittenen Sonnenbränden ausgefüllt hatten, und die alle 5 bis 7 Jahre erneut befragt wurden. Während einer Nachverfolgungszeit von 14 – 20 Jahren wurde sowohl die Hautpigmentierung, die Zahl der Urlaube in der Sonne und die Nutzung von Bräunungsstudios erfasst, als auch die jährliche Häufigkeit von Sonnenbränden als Kinder, Heranwachsende und Erwachsene. Demgegenüber gestellt wurde die Zahl der diagnostizierten Melanome und Plattenepithelkarzinome sowie die Todesfälle aus dem mit persönlichen Identifikationsnummern verlinkten Norwegischen Krebsregister.

Ergebnisse

  • Die Forscher unterteilten die individuellen Lebenszeittrajektorien der Sonnenbrände in 5 Klassen: stabil niedrig, gering-moderat-gering, von gering zu hoch, von hoch zu gering, und stabil hoch. Deren Assoziationen wurden dann geschätzt für die Altersklassen bis 39, bis 49, und bis zu 59 Jahren.
  • In den 3 Altersklassen waren zwischen 739 und 871 Hautkrebs-Neuerkrankungen festgestellt worden.
  • Gegenüber der stabil niedrigen Exposition ergaben sich in der Altersklasse bis 39 Jahren signifikant erhöhte Risiken sowohl unter der stabil hohen Exposition als auch in der Klasse mit hoher, gefolgt von niedriger Exposition. Die Chancenverhältnisse HR mit 95 % Konfidenzintervallen betrugen:
    • Melanom nach stabil hoher Exposition: 1,50 (1,28 – 1,75)
    • Melanom nach hoher, dann niedriger Exposition: 1,44 (1,20 – 1,73)
    • Plattenepithelkarzinom nach stabil hoher Exposition: 1,51 (1,22 – 1,87)
    • Plattenepithelkarzinome nach hoher, dann niedriger Exposition: 1,47 (1,14 – 1,91)
  • Für die anderen Trajektorien waren die HR weniger stark erhöht und erreichten zumeist keine statistische Signifikanz, wobei zwischen Melanom und Plattenepithelkarzinomen keine auffälligen Unterschiede gab.

Klinische Bedeutung

Die Studie bestätigt einerseits, dass viele Sonnenbrände das Hautkrebsrisiko erhöhen. Ebenso bestätigt wird, dass diese Ereignisse im Kindesalter besonders schwer wiegen. Besonders kritisch sei es deshalb, diese zu vermeiden, erinnern die Autoren. Das dürfte nicht nur für Frauen in Norwegen gelten.

Finanzierung: Universität Oslo, Norwegische Krebsgesellschaft.