Studie bestätigt Risikofaktoren für Kognitionsprobleme nach Brustkrebstherapie


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Ältere Frauen, die wegen einer Brustkrebs-Erkrankung eine Chemotherapie benötigen, zeigen im Verlauf der Zeit einen Trend zur Verschlechterung ihrer kognitiven Funktionen im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe. Innerhalb der Gruppe der Überlebenden ist das Risiko deutlich erhöht für jene Frauen, die den mit der Alzheimer-Demenz assoziierten Genotyp ApoE4 haben. Der Großteil aller Brustkrebspatientinnen muss sich jedoch keine Sorgen machen, dass die Behandlung ihre geistigen Fähigkeiten längerfristig beeinträchtigen könnte.

Hintergrund

Es gibt zahlreiche Berichte über kognitive Verluste bei Brustkrebs-Überlebenden. Diese unterscheiden sich jedoch sowohl nach den Behandlungsmodalitäten, als auch zwischen bestimmten Subgruppen. Insbesondere ältere Überlebende, bei denen am ehesten kognitive Probleme zu erwarten wären, sind bislang noch nicht gut untersucht wurden, versichern die Autoren.

Design

Prospektive Beobachtungsstudie mit 344 Brustkrebsüberlebenden ab 60 Jahren ohne Demenz-Diagnose oder neurologische Erkrankungen sowie 347 Kontrollen ohne Krebs, aber mit ähnlichen Persönlichkeitsmerkmalen. Die Daten wurden mittels Fragebögen sowie einer Reihe neuropsychologischer Tests erstmals vor der systemischen Behandlung erfasst, sodann nach 12 und 24 Monaten.

Hauptergebnisse

  • Die Überlebenden und die Kontrollen waren zwischen 60 und 98 Jahren alt, verfügten über eine gute Bildung und hatten anfänglich ähnliche Werte bei den kognitiven Leistungen.
  • Unter den 27 % Überlebenden mit einer Chemotherapie kam es zu zunehmend schlechteren Werten bei der Kombination aus 6 Tests für Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Exekutivfunktionen (APE), die an der Grenze zur Signifikanz waren (P=0,05).
  • Patientinnen mit einer Hormontherapie hatten nach 12 Monaten in der Kombination von 5 Tests zu Lern- und Gedächtnisleistungen niedrigere Testwerte als andere Gruppen (P=0,03).
  • Die Veränderungen über die Zeit variierten mit dem ApoE-Genotyp, wobei diejenigen Patientinnen mit der ApoE4-Variante nach 24 Monaten niedriger adjustierte APE-Werte zeigten, als Kontrollen mit dem ApoE4-Genotyp Verschlechterungen beim Lernen und Gedächtnis zeigten (P

Klinische Bedeutung

Die TLC-Studie ist eine der größten, prospektiven, kontrollierten Untersuchungen kognitiver Funktionen bei älteren Brustkrebs-Überlebenden. Sie bestätigt die Beobachtung aus den meisten früheren Studien um Thema, dass eine systemische Behandlung möglicherweise und geringfügig; der mit einem stark erhöhten Risiko für die Alzheimer-Demenz assoziierte Genotyp ApoE4 jedoch eindeutig das Risiko für kognitive Einbußen erhöhen. Wenn dieser Befund repliziert wird, impliziert dies nach Ansicht der Erstautorin Prof. Jeanne Mandelblatt vom Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center des Georgetown University Medical Center, dass eine Genotypisierung nützlich sein könnte, wenn Krebspatientinnen die Behandlungsoptionen mit ihren Ärzten besprechen.

Finanzierung: Keine Angaben.