Stress, Druck, Gewalt: Ärzte fordern bessere Arbeitsbedingungen

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Münster (pag) – Mehrere Studien bestätigen: Viele Ärzte, egal ob in der Klinik oder in der Niederlassung, fühlen sich ausgebrannt, überlastet, unter Druck gesetzt. Der 122. Deutsche Ärztetag in Münster hat sich ausführlich mit dem Thema Gesundheit am Arbeitsplatz beschäftigt. In mehreren Beschlüssen fordert er bessere Bedingungen.

Der Forderungskatalog ist lang: Die Arbeitsschutzregeln müssten konsequent eingehalten und das betriebliche Gesundheitsmanagement gestärkt werden. Die zuständigen Behörden sind aufgerufen, die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes im ärztlichen Dienst der Kliniken regelmäßig zu überprüfen. Auch sollten Ärzte von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Personalschlüssel müssten zudem so gestaltet werden, dass jederzeit eine patienten- und aufgabengerechte Versorgung möglich sei. Erforderlich seien außerdem flexible Arbeitszeitmodelle und weitere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. An den Gesetzgeber richtet der Ärztetag unter anderem die Forderungen, den gesetzlichen und ökonomischen Rahmen für gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen zu schaffen sowie den freiberuflichen Charakter der ärztlichen Tätigkeit zu stärken. An die medizinischen Fakultäten appellieren die Delegierten, die Themen Resilienz und Stressbewältigung als Teil der ärztlichen Ausbildung in das Studium aufzunehmen.

In Münster berichten Mediziner außerdem über gegen sie verübte körperliche und verbale Gewalt – unter anderem in den Notaufnahmen, in Hausarztpraxen oder bei Notfalleinsätzen. Der Ärztetag fordert den Gesetzgeber deswegen auf, den strafrechtlichen Schutz für Hilfeleistende bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not zu erweitern. Ein vom Bundesgesundheitsministerium eingeholtes Rechtsgutachten habe die Notwendigkeit einer solchen Gesetzesänderung bestätigt.