STIKO: Praxistipps fürs Impfmanagement aktualisiert


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat in ihre aktuellen Impfempfehlungen ( Epidemiologischen Bulletin 34/2018) eigens ein Kapitel zum Thema „Impfmanagement in der Arztpraxis“ aufgenommen. Haus- und Fachärzte finden hier neben Informationen zur richtigen Lagerung und Vorbereitung von Impfstoffen auch Tipps dazu, wie und wann sie gezielt Patienten auf ihren Impfstatus ansprechen sollten. 

Hintergrund

Die Inanspruchnahme von Impfungen zu fördern und damit die Durchimpfungsrate zu erhöhen, ist das ehrgeizige Ziel von WHO und Bundesregierung. „Einen wichtigen Beitrag dazu leistet ein gut etabliertes Impfmanagement in Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen “, postuliert die STIKO in ihren aktuellen Empfehlungen. Dies könne nur funktionieren, wenn Arbeitsabläufe koordiniert und Zuständigkeiten unter medizinischen Personal festgelegt seien. 

STIKO-Empfehlungen zum Impfmanagement

Patienten gezielt auf ihren Impfstatus anzusprechen, gehört nach wie vor zu den wesentlichen Aufgaben von Ärzten und Praxispersonal. Jeder Arztbesuch sollte laut STIKO dafür genutzt werden, den Impfstatus von Patienten zu überprüfen und bei Bedarf zu vervollständigen. Ein schöner Nebeneffekt: Die Leistungen werden extrabüdgetär vergütet. 

Anlässe zur routinemäßigen Überprüfung des Impfstatus können dabei Vorsorgeuntersuchungen wie etwa U-Untersuchungen im Kindesalter, die J1/J2-Untersuchung bei Jugendlichen sowie Gesundheits-Check-Ups und Vorsorgeuntersuchungen bei Erwachsenen sein. Ein Recall-System könne außerdem helfen, Patienten an bevorstehende Impfungen zu erinnern. Allerdings macht die STIKO darauf aufmerksam, dass im Vorfeld ein schriftliches Einverständnis der Patienten erfolgen muss.

Impfen ist Teamwork, lautet das Credo der Impfkommission. Ist das Praxispersonal in puncto Impfung gut geschult, können Mitarbeiter dem Arzt viele Aufgaben abnehmen. Dazu gehört es, den aktuellen Impfstatus der Patienten zu erfassen, Impflücken zu identifizieren und bei Bedarf einen Impfplan zu erstellen. Sind Impfungen im Rahmen des Praxisbesuches geplant, können Impfpass und Impfstoff durch das Praxispersonal vorbereitet werden, empfiehlt die STIKO.

Außer der gezielten Ansprache, Vorbereitung und Injektion der Impfstoffe, gibt die STIKO auch wichtige Hinweise zur Lagerung von Impfstoffen: „Alle Impfstoffe sollen in der Originalverpackung in einem separaten Kühlschrank bei +2°C bis +8°C gelagert werden. Die Impfstoffe sollten auf keinen Fall Kontakt zur Außenwand des Kühlschranks haben und nicht in der Kühlschranktür gelagert werden.“ Eine lückenlose Kühlkette sei vor allem bei Lebendimpfstoffen (MMR, Varizellen, Herpes zoster, LAIV, Rotavirus, Gelbfieber) wichtig, da sie vermehrungsfähige Viren enthalten und besonders empfindlich sind. Wurden Impfstoffe versehentlich falsch gelagert oder eingefroren werden, sind sie nicht mehr zu gebrauchen und müssen verworfen werden, lautet die Forderung der STIKO. So können zum Beispiel angefrorene Adsorbatimpfstoffe zu eitrigen Entzündungen oder Spritzenabszessen führen.