STIKO: Neue Impfempfehlungen veröffentlicht


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) hat ihre Impfempfehlungen im Epidemiologischen Bulletin 34/2018 aktualisiert. Neben den beiden wichtigsten Neuerungen, die bereits im Vorfeld veröffentlicht wurden – Ausdehnung der HPV-Impfung auf Jungen und Durchführung der Influenza-Impfung mit einem quadrivalenten Impfstoff – gibt es weitere Änderungen. Diese betreffen unter anderem neue FSME-Risikogebiete, die Tetanus-Postexpositionsprophylaxe, Impfempfehlungen für Asyl-Suchende und Migranten sowie neue Empfehlungen zum Impfmanagement. 

Humane Papillomviren (HPV)

Seit zehn Jahren empfiehlt die STIKO die Grundimmunisierung gegen humane Papillomviren für Mädchen. Eine Ausweitung der Impfempfehlung auf Jungen erfolgte schließlich Ende Juni. Künftig soll die HPV-Impfung auch bei Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren durchgeführt werden.

Influenza

Eine weitere Empfehlung lautet, die jährliche Grippeschutzimpfung fortan mit einem quadrivalenten Impfstoff mit aktueller von der WHO empfohlener Antigenkombination durchzuführen.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Ebenfalls bereits im Vorfeld von der STIKO kommuniziert wurde die Anpassung der Risikogebiete für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). In Bayern, Sachsen und Thüringen sind insgesamt zehn Landkreise neu hinzugekommen, für die neuerdings eine FSME-Impfung empfohlen wird.

Herpes-Zoster

Nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung empfiehlt die STIKO bei Personen ab 50 Jahren den im März zugelassenen Herpes-Zoster-Impfstoff Shingrix® zur Verhinderung von Herpes Zoster und postherpetischer Neuralgie.

Meningokokken B

Gegen Meningokokken der Serogruppe B gibt es neben Bexsero® für Säuglinge ab 2 Monaten den seit Mai 2017 zugelassenen Impfstoff Trumenba® für Kinder ab 10 Jahren. Für eine abschließende Entscheidung über eine generelle Impfempfehlung reichen nach Einschätzung der STIKO die Daten jedoch bislang nicht aus. Ausgenommen sind Personen mit einer schweren Grunderkrankung oder einer Immunschwäche, die auf jeden Fall gegen Menigokokken B geimpft werden sollten.

Tetanus-Diphterie-Keuchhusten

Eine weitere Änderung betrifft die Altersgrenze für die zweite Tetanus-Diphterie-Keuchhusten-Auffrischimpfung. Diese wurde von der STIKO auf 16 Jahre herabgesetzt.

Tetanus

Darüber hinaus wurde die Tabelle zur postexpositionellen Tetanus-Immunprophylaxe im Verletzungsfall überarbeitet. Daraus können Ärzte je nach Impfstatus und Zeitpunkt der letzten Tetanus-Impfung ablesen, wann ein Kombinationsimpfstoff (TdaP) und wann ein Tetanus-Immunglobulin (TIG) verabreicht werden sollte. Die Gabe eines Tetanus-Immunglobulin empfiehlt die STIKO künftig auch bei kleinen, sauberen Wunden, wenn der Betroffene ungeimpft oder sein Impfstatus unklar ist.

Impfempfehlungen für Migranten und Asylsuchende

In einem eignen Kapitel widmet sich die STIKO außerdem der Frage, wie und gegen welche Erreger Migranten uns Asylsuchende in Deutschland, deren Impfstatus zum Teil unklar ist, geimpft werden sollen. Die STIKO weist ausdrücklich darauf hin, dass nur dokumentierte Impfungen als Grundlage für oder gegen eine Impfentscheidung gelten sollten.

Impfmanagement

Aktuelle Empfehlungen spricht die STIKO außerdem für das Impfmanagement in der Arztpraxis aus. Dazu gehören Informationen zu Patientenkontakten und Einladungssystemen, Lagerung der Impfstoffe sowie Hinweise zur Vorbereitung und Injektion des Impfstoffes.