STIKO hat Impfempfehlungen aktualisiert

  • Robert Koch-Institut

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaften

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Impfempfehlungen im Epidemiologischen Bulletin 34/2019 aktualisiert. Die wichtigste Neuerung, die bereits Ende 2018 veröffentlicht wurde, betrifft die Empfehlung der Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem Totimpfstoff (Shingrix®) als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren. Weitere Neuerungen betreffen Empfehlungen zur postexpositionellen Prophylaxe von Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b (Hib).

Herpes zoster: Schutzimpfung für alle ab 60

Während die aktualisierte STIKO- Impfempfehlung gegen Herpes zoster für alle Personen ab 60 Jahren gilt, sollten sich Menschen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche bereits im Alter von 50 Jahren impfen lassen (Indikationsimpfung). Für beide Gruppen ist eine zweimalige Impfung mit dem Totimpfstoff Shingrix® im Abstand von zwei bis maximal sechs Monaten vorgesehen; die Lebendvakzine wird nicht empfohlen.

Laut STIKO kann die Impfung zusammen mit der saisonalen Grippeimpfung (inaktivierter, nicht adjuvantierter saisonaler Impfstoff) vorgenommen werden. Die Koadministration mit anderen Vakzinen wird derzeit seitens der Impfbehörde nicht empfohlen, da entsprechende Daten fehlen.

Ausdrücklich weist die STIKO darauf hin, dass auch Personen, die bereits an Herpes zoster erkrankt waren, erneut geimpft werden sollten, da eine durchgemachte Infektion nicht davor schütze, ein weiteres Mal zu erkranken. Den Studiendaten zufolge sei die Impfung auch bei dieser Personengruppe ausreichend immunogen und sicher. Die Erkrankung sollte jedoch laut STIKO abgeklungen sein, wenn erneut geimpft wird.

Lieferschwierigkeiten bei Shingrix® bleiben

Aufgrund der hohen Nachfrage ist laut aktuellen Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts Shingrix® allerdings erst wieder ab Dezember 2019 lieferbar; kürzlich hieß es noch ab August. Die STIKO fordert Ärzte dazu auf, noch vorhandene Impfstoff-Vorräte in erster Linie zu nutzen, um begonnene Impfserien zu beenden. Neue Impfserien sollten nur begonnen werden, wenn die Gabe der zweiten Impfdosis sichergestellt sei.

Neuerungen: Pertussis- und Hib-Prophylaxe

Zwei weitere Neuerungen der STIKO betreffen Empfehlungen zur postexpositionellen Prophylaxe von Keuchhusten und Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Demnach sollen künftig auch bereits geimpfte Personen nach Kontakt mit einem Pertussis-Kranken erneut eine Impfdosis erhalten, insofern sich im näheren Umfeld „gefährdete“ Personen aufhalten. Dazu gehören laut STIKO ungeimpfte oder nicht vollständig geimpfte Säuglinge, Kinder mit kardialen oder pulmonalen Grundleiden sowie Schwangere im dritten Trimester.

Darüber hinaus empfiehlt die STIKO nun, für Kinder und Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen unabhängig vom Impfstatus und Alter eine Postexpositionsprophylaxe gegen H. influenzae b (Hib), wenn dort innerhalb von etwa zwei Monaten mehr als zwei Fälle aufgetreten sind.