STIKO empfiehlt Impfung gegen Herpes zoster


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Von nun an sollen alle Personen ab 60 Jahre die Schutzimpfung gegen Herpes zoster mit einem Totimpfstoff als Standardimpfung erhalten. So lautet die offizielle Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO), die vergangene Woche im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht wurde. Menschen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren.

Hintergrund

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts jährlich mehr als 300.000 Personen an Herpes zoster, etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Darunter haben Patienten mit einem geschwächten Immunsystem ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Derzeit sind nach RKI-Angaben zwei Impfstoffe gegen Herpes Zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff. Der Lebendimpfstoff wird allerdings von der STIKO aufgrund seiner eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen.

Ergebnisse

Die aktuelle Empfehlung der STIKO berücksichtigt die gute Wirksamkeit des Totimpfstoffes, die zu erwartende Schutzdauer nach Impfung sowie das zunehmende Risiko für schwere Krankheitsverläufe des Herpes Zoster und für Postzosterschmerzen bei Personen im Alter von 60 Jahren und älter, heißt es in der wissenschaftlichen Begründung der Kommission.

Vor dem Hintergrund, dass eine Verhinderung des Herpes zoster die entscheidende Voraussetzung ist, um die altersabhängige Krankheitslast durch Komplikationen und Spätfolgen wie eine postherpetische Neuralgie zu vermeiden, wird laut STIKO das Alter von 60 Jahren als günstigstes Impfalter sowohl zur Verhinderung von Herpes zoster, als auch seiner Komplikationen angesehen.

Des Weiteren empfiehlt die STIKO die Impfung mit dem Totimpfstoff allen Personen ab einem Alter von 50 Jahren, die wegen einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge einer Grundkrankheit oder wegen einer Immunsuppression ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Dabei wurden Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffes in mehreren Studien für Patienten mit eingeschränktem Immunsystem nachgewiesen. Gleiches gilt für Patienten mit einer Grundkrankheit, wie etwa rheumatoide Arthritis, chronische Nierenerkrankung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Diabetes mellitus.

Klinische Bedeutung

Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor Herpes zoster beträgt nach RKI-Angaben ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt die Schutzwirkung leicht ab, sie beträgt bei den über 70-Jährigen noch circa 90 Prozent.

Die offizielle Empfehlung heißt jedoch nicht automatisch, dass die Herpes-zoster-Impfung auch Leistung der GKV wird. Über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie muss erst der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheiden. In der Regel folgt der G-BA aber den STIKO-Empfehlungen.